English Woman's Journal - Leichter Rückgang antisemitischer Vorfälle in Berlin - aber weiter hohes Niveau

Leichter Rückgang antisemitischer Vorfälle in Berlin - aber weiter hohes Niveau


Leichter Rückgang antisemitischer Vorfälle in Berlin - aber weiter hohes Niveau
Leichter Rückgang antisemitischer Vorfälle in Berlin - aber weiter hohes Niveau / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP/Archiv

Die Zahl dokumentierter antisemitischer Vorfälle in Berlin ist 2025 leicht gesunken. Allerdings lag sie mit 2200 Fällen immer noch deutlich über dem Niveau von vor dem Hamas-Großangriff vom 7. Oktober 2023, wie die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) Berlin am Mittwoch mitteilte. 2024 waren in der Bundeshauptstadt 2500 antisemitische Äußerungen oder Handlungen registriert worden - zwischen 2018 und 2022 waren es hingegen durchschnittlich rund tausend Fälle pro Jahr gewesen.

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2025 ereignete sich auch ein extremer Fall von Gewalt, als ein spanischer Besucher des Holocaust-Mahnmals in Berlin mit einem Messer angegriffen wurde und nur knapp überlebte. Laut Rias gab es 39 weitere tätliche Angriffe, bei denen Menschen geschlagen, geschubst, angespuckt, festgehalten oder ihnen Kleidungsstücke oder Schmuck vom Körper gerissen wurden. In einem Fall wurde laut Rias einem als Jude beschimpften Menschen Reizgas ins Gesicht gesprüht.

Mit 239 dokumentierte die Recherchestelle zudem so viele Versammlungen mit antisemitischen Vorkommnissen wie nie zuvor. Laut Rias traten dort häufig terrorverherrlichende und antiisraelische Äußerungen gemeinsam auf. In einem Fall wurde der Hamas-Überfall vom Oktober 2023 als "Sieg" glorifiziert und zur Wiederholung aufgerufen.

Im Sommer 2025 wurden laut Rias drei Flyer im Comicstil entdeckt, die einen mit einem Stoppschild durchgestrichenen stereotyp gezeichneten jüdischen Mann mit Schläfenlocken und schwarzem Hut mit Davidstern zeigten. Auf der Rückseite stand: "Vor unseren Augen zerfetzt er kleine Kinder und leugnet dreist die Tat aber wir finden Dich Zionsbastard."

Generell wurde "Zionismus" 2025 in mehr als 20 Prozent der Vorfälle als antisemitisches Feindbild verwendet, wie die Recherchestelle erklärte. Häufig wurden Israel oder der Zionismus zudem mit dem Nationalsozialismus gleichgesetzt, etwa durch die Wortschöpfung "Zionazis".

"Antisemitische Anfeindungen kommen mittlerweile aus allen Milieus", erklärte Berlins Antidiskriminierungssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD). "Dies ist erschreckend und darf nicht dazu führen, dass wir uns an diesen Zustand gewöhnen." Auch die Relativierung von Antisemitismus nehme stark zu, erklärte Kiziltepe. Das sei "ein fatales Signal an die Betroffenen".

A.Wallace--EWJ

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