English Woman's Journal - Grenfell-Tower-Feuer: 57 Personen und 20 Unternehmen sollen vor Gericht

Grenfell-Tower-Feuer: 57 Personen und 20 Unternehmen sollen vor Gericht


Grenfell-Tower-Feuer: 57 Personen und 20 Unternehmen sollen vor Gericht
Grenfell-Tower-Feuer: 57 Personen und 20 Unternehmen sollen vor Gericht / Foto: Daniel LEAL - AFP/Archiv

Neun Jahre nach dem tödlichen Hochhausbrand im Londoner Grenfell Tower will die Polizei nach jahrelangen Ermittlungen 57 Personen und 20 Unternehmen vor Gericht bringen. Die Vorwürfe lauteten auf fahrlässige Tötung, Amtsmissbrauch und Betrug, teilte die Londoner Polizei am Dienstag mit. Bei dem Feuer im Juni 2017 waren 72 Menschen ums Leben gekommen, das Unglück gilt als der schwerste Wohnungsbrand in der jüngeren britischen Geschichte

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Die Polizei will nun bis zum Herbst der Staatsanwaltschaft Beweismittel vorlegen. Demnach könnten noch bis zum Juni 2027 Anklagen erhoben werden, zehn Jahre nach der Katastrophe. Überlebende hatten den Behörden und der Regierung in der Vergangenheit Zögerlichkeit bei den Ermittlungen und bei Reformen im Wohnungsbau vorgeworfen. Die Organisation "Grenfell United" zeigte sich nun erleichtert und erklärte, die Ankündigung der Polizei sei "ein wichtiger Schritt in einem Prozess, der schon viel zu lange andauert."

Kevin Southworth von der Londoner Polizei sagte, es habe "lange gedauert, um zu diesem Punkt zu kommen". Dennoch sei die Polizei im Zeitrahmen geblieben. "Das Grenfell-Tower-Feuer bleibt eine der komplexesten Ermittlungen, die je von einer britischen Strafverfolgungsbehörde unternommen wurde", sagte Southworth.

Am frühen Morgen des 14. Juni 2017 war in der vierten Etage des 24-stöckigen Hochhauses im Londoner Stadtteil North Kensington ein durch einen defekten Kühlschrank ausgelöstes Feuer ausgebrochen. Über eine hoch brennbare Fassadenverkleidung breiteten sich die Flammen innerhalb einer halben Stunde bis zum obersten Stockwerk aus.

Ein 2024 veröffentlichter Untersuchungsbericht sah in dem Brand eine Folge von "jahrzehntelangem Versagen" der Regierung und "systematischer Unehrlichkeit" von Baustofffirmen. Dem Bericht zufolge wären alle 72 Todesfälle vermeidbar gewesen.

S.Smith--EWJ

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