English Woman's Journal - Amnesty: Zahl der weltweiten Hinrichtungen auf höchstem Stand seit mehr als 40 Jahren

Amnesty: Zahl der weltweiten Hinrichtungen auf höchstem Stand seit mehr als 40 Jahren


Amnesty: Zahl der weltweiten Hinrichtungen auf höchstem Stand seit mehr als 40 Jahren
Amnesty: Zahl der weltweiten Hinrichtungen auf höchstem Stand seit mehr als 40 Jahren / Foto: Amid FARAHI - AFP

Die Zahl der vollstreckten Todesurteile ist laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International so hoch wie seit mehr als 40 Jahren nicht mehr. Im vergangenen Jahr wurden weltweit insgesamt 2707 Menschen hingerichtet, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Montag. Damit wurde der höchste Stand seit 1981 erreicht. Die meisten Todesurteile wurden dem Bericht zufolge in China vollstreckt, gefolgt vom Iran, Saudi-Arabien, dem Jemen und den USA.

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Die aktuellen Höchstzahlen sind der Organisation zufolge auf Rückschritte in wenigen Staaten zurückzuführen. Allein die Behörden der Islamischen Republik Iran richteten demnach im Jahr 2025 mindestens 2159 Menschen hin - mehr als doppelt so viele wie 2024.

"Der dramatische Anstieg von Hinrichtungen um 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geht vor allem auf wenige Staaten zurück, die die Todesstrafe gezielt als Instrument der Einschüchterung einsetzen, allen voran China, Iran und Saudi-Arabien", hieß es in dem Bericht.

Zum Jahresende 2025 war laut Amnesty gegen weltweit 28.085 Menschen ein Todesurteil ergangen. Die Todesstrafe sei "unmenschlich, endgültig und lässt keinen Raum für Fehler oder Gerechtigkeit", erklärte die Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, Julia Duchrow. Dass immer noch Regierungen darauf setzten, zeige "eine erschreckende Missachtung des Rechts auf Leben".

Dies gelte insbesondere für den Iran. "Im Iran können wir aktuell auf bedrückendste Weise mitverfolgen, wie Staaten die Todesstrafe systematisch einsetzen, um Menschen zum Schweigen zu bringen, benachteiligte Gruppen zu unterdrücken und Angst zu verbreiten", erklärte die Amnesty-Generalsekretärin.

Die im Bericht dokumentierten 2707 Hinrichtungen weltweit bilden allerdings nur einen Teil des tatsächlichen Ausmaßes ab: Nicht erfasst sind Exekutionen in China, wo entsprechende Daten als Staatsgeheimnis gelten. Dennoch ist China dem Bericht zufolge mit tausenden Fällen unverändert das Land mit den meisten Hinrichtungen weltweit.

Fast die Hälfte der Todesstrafen wurden dem Bericht zufolge in Zusammenhang mit Drogendelikten vollstreckt. Menschen für derartige Straftaten hinzurichten, sei "zusätzlich ein klarer Bruch des Völkerrechts", erklärte Duchrow.

Nach Angaben von Amnesty haben insgesamt 145 Länder die Todesstrafe mittlerweile per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft. 113 Länder haben die Todesstrafe für alle Straftaten abgeschafft. Allerdings stellte die Organisation für 2025 Hinrichtungen in 17 Ländern fest - im Vorjahr waren es noch 15 Länder.

Die Staaten, die weiterhin an Hinrichtungen festhielten, stehen aus Duchrows Sicht "zunehmend isoliert da". Mehr als 113 Länder - und damit die Hälfte aller Länder der Welt - habe die Todesstrafe abgeschafft. Weltweit setze sich die Erkenntnis durch, "dass die Todesstrafe grausam, diskriminierend und wirkungslos ist - und deshalb keinen Platz mehr in unserer Zeit haben darf".

M.Stevenson--EWJ

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