English Woman's Journal - Mutmaßlicher Hantavirus-Ausbruch: Deutscher unter Todesopfern auf Kreuzfahrtschiff

Mutmaßlicher Hantavirus-Ausbruch: Deutscher unter Todesopfern auf Kreuzfahrtschiff


Mutmaßlicher Hantavirus-Ausbruch: Deutscher unter Todesopfern auf Kreuzfahrtschiff

Bei einem der drei Todesopfer nach einem mutmaßlichen Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik handelt es sich um einen Deutschen. Der Mann sei bereits am Samstag aus ungeklärter Ursache gestorben, erklärte das Kreuzfahrtunternehmen Oceanwide Expeditions am Montag, das Auswärtige Amt bestätigte der Nachrichtenagentur AFP den Todesfall. Zuvor war bereits ein Paar aus den Niederlanden erkrankt und verstorben. Die betroffene "MV Hondius" liegt unterdessen weiter vor den Kapverden, eine Anlandung auf den Kanaren wird laut dem Betreiber geprüft.

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Zu dem verstorbenen Deutschen hieß es aus dem Auswärtigen Amt weiter, die Botschaft in Lissabon stehe "eng mit den lokalen Behörden in Kontakt". Weitere Angaben zum Fall machte die Behörde unter Verweis auf die Persönlichkeitsrechte nicht.

Wie aus einer am Montag von Oceanwide Expeditions veröffentlichten Liste hervorgeht, befanden sich insgesamt sieben Deutsche unter den Passagieren, zudem hat ein Besatzungsmitglied die deutsche Staatsbürgerschaft.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einem mutmaßlichen Hantavirus-Ausbruch. Ein Erkrankter wird derzeit im südafrikanischen Johannesburg auf der Intensivstation behandelt. Zwei akut erkrankte Besatzungsmitglieder befinden sich weiter an Bord. Sie benötigten "dringend medizinische Behandlung", erklärte Oceanwide Expeditions.

Laut dem Schiffsbetreiber ist allerdings noch nicht geklärt, ob die drei Todesfälle tatsächlich von einem Hantavirus verursacht wurden. Dies werde derzeit noch untersucht.

Das erste Todesopfer, ein Mann aus den Niederlanden, war nach Angaben von Oceanwide Expeditions bereits am 11. April an Bord verstorben. Am 24. April sei sein Leichnam auf der mitten im Atlantik gelegenen britischen Insel St. Helena unter Begleitung seiner Ehefrau an Land gebracht worden. Die 69-Jährige erkrankte demnach wenig später und wurde nach Südafrika gebracht. Dort sei sie verstorben, Oceanwide Expeditions erfuhr nach eigenen Angaben am 27. April von ihrem Tod.

Wie ein AFP-Journalist berichtete, lag das 107 Meter lange, unter niederländischer Flagge fahrende Schiff am Montag vor dem Hafen der Hauptstadt der Kapverden, Praia, vor Anker. Die Behörden der vor Westafrika gelegenen Inselrepublik verweigerten dem Schiff die Einfahrt und wollen die Passagiere nicht von Bord lassen. Dies geschehe "zum Schutz der kapverdischen Bevölkerung", sagte die Leiterin der nationalen Gesundheitsbehörden, Maria da Luz Lima, in einem Radiointerview.

Die niederländischen Behörden bemühten sich nach eigenen Angaben am Montag gemeinsam mit dem Unternehmen um eine medizinische Evakuierung. Dazu müssen die Betroffenen allerdings zunächst an Land gebracht werden.

Laut dem Kreuzfahrtunternehmen Oceanwide Expeditions wird nun geprüft, ob das Schiff mit insgesamt 149 Insassen aus 23 Ländern zu den weiter nordöstlich gelegenen Kanaren weiterfahren kann und die Passagiere auf Teneriffa oder Las Palmas an Land gehen können. An Bord gälten strikte Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen, die Erkrankten würden isoliert und medizinisch betreut.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betonte unterdessen, nach dem Virus-Ausbruch bestehe kein Grund zur Beunruhigung. "Die Gefahr für die allgemeine Bevölkerung bleibt weiterhin niedrig", erklärte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge. Es gebe "keinen Anlass zur Panik oder zu Reisebeschränkungen".

Hantaviren werden üblicherweise über die Ausscheidungen von Nagetieren übertragen und lösen schwere Atemwegserkrankungen aus. In seltenen Fällen ist nach Angaben der WHO jedoch auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich.

Die "MV Hondius" hatte eine Reise von Ushuaia im argentinischen Feuerland zu den vor der Küste Westafrikas liegenden Kapverdischen Inseln unternommen.

St.Ch.Russell--EWJ

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