English Woman's Journal - Mutmaßlicher Russland-Spion in Untersuchungshaft genommen

Mutmaßlicher Russland-Spion in Untersuchungshaft genommen


Mutmaßlicher Russland-Spion in Untersuchungshaft genommen
Mutmaßlicher Russland-Spion in Untersuchungshaft genommen / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP/Archiv

Einen Tag nach seiner Festnahme in Berlin ist ein mutmaßlicher Russland-Spion in Untersuchungshaft genommen worden. Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs setzte den Haftbefehl gegen den Kasachen Sergej K. am Mittwoch in Vollzug, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. K. soll einem russischen Geheimdienst unter anderem Informationen über die deutsche Rüstungsindustrie übermittelt haben - vor allem zu Unternehmen, die Drohnen und Roboter entwickeln.

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Außerdem soll er angeboten haben, weitere Mitarbeiter für eine Sabotage- und Spionagetruppe zu rekrutieren. Seinen Führungsoffizier beim Geheimdienst informierte er der Bundesanwaltschaft zufolge über geeignete Sabotageobjekte in Deutschland.

Zudem habe er Angaben über Deutschlands militärische Unterstützung für die Ukraine weitergegeben und Fotos von öffentlichen Gebäuden in Berlin oder von militärischen Konvois auf Autobahnen weitergeleitet, darunter der Konvoi eines Nato-Staats.

Die Spionage soll etwa ein Jahr gedauert haben: Spätestens seit Mai 2025 hielt K. der Karlsruher Behörde zufolge Kontakt zu dem Geheimdienst. Er wurde am Dienstag von Beamten des Bundeskriminalamts festgenommen. Seine Wohnung und eine weitere Wohnung von jemandem, der nicht verdächtigt wird, wurden durchsucht.

In den vergangenen Monaten wurden bereits mehrere Verdächtige gefasst, die von Deutschland aus für Russland spioniert haben sollen. Ende März etwa wurde in Nordrhein-Westfalen ein Ukrainer festgenommen. Er soll einen Mann ausgespäht haben, der für die Ukraine gegen Russland kämpfte.

Wenige Tage zuvor war ebenfalls in Nordrhein-Westfalen eine Rumänin festgenommen worden, die zusammen mit einem Komplizen in russischem Auftrag in Deutschland einen Unternehmer ausgespäht haben soll. Der Komplize, ein Ukrainer, hatte sich nach Spanien abgesetzt und wurde dort gefasst.

Bereits im Januar wurde eine Deutschukrainerin festgenommen, die jahrelang für Russland spioniert haben soll. Unter anderem besteht der Verdacht, dass sie Hintergrundinformationen über Teilnehmer hochkarätiger politischer Veranstaltungen zusammenstellte.

Außerdem habe sie Erkundigungen über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die Ukraine eingeholt. Einige Male soll sie ihrem Kontaktmann aus der Botschaft dabei geholfen haben, unter falscher Identität selbst politische Veranstaltungen in Berlin zu besuchen, um dort Kontakte aufzubauen.

Mitte März begann in Stuttgart der Prozess gegen drei Männer, die geplant haben sollen, Pakete mit Brandsätzen zu verschicken. Im Auftrag eines russischen Geheimdiensts sollen sie aus Deutschland bereits Testpakete mit GPS-Positionstrackern in Richtung Ukraine geschickt haben. Zu Sabotageakten kam es nicht, die Verdächtigen wurden zuvor im Mai 2025 in Deutschland und der Schweiz festgenommen.

T.Wright--EWJ

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