English Woman's Journal - Misereor warnt vor Auswirkungen deutscher Energiepolitik in Kolumbien

Misereor warnt vor Auswirkungen deutscher Energiepolitik in Kolumbien


Misereor warnt vor Auswirkungen deutscher Energiepolitik in Kolumbien
Misereor warnt vor Auswirkungen deutscher Energiepolitik in Kolumbien / Foto: Raul ARBOLEDA - AFP

Der Bedarf an Steinkohle wächst aufgrund der verknappten Gaslieferungen aus Russland immer weiter an. Beim Import von Kohle aus Ländern wie Kolumbien müsse aber auf die Einhaltung der Rechte indigener Völker geachtet werden, warnte am Montag die Entwicklungsorganisation Misereor. Im Nordosten des Landes befindet sich mit dem Steinkohletagebau El Cerrejón eine der größten Kohleminen weltweit.

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Betroffen von den ökologischen Auswirkungen des Tagebaus seien insbesondere die Ureinwohner der Region La Guajira, die Wayuu. "Auf dem Papier haben die indigenen Gemeinschaften in der Guajira viele Rechte", erklärte der Misereor-Länderreferent für Kolumbien, Johannes Henkel. In der Praxis würden diese aber "missachtet und offen verletzt", kritisierte er.

So sei für den Kohleabbau der Grundwasserpegel abgesenkt worden, der enorme Wasserverbrauch der Mine sorge für zusätzliche Trockenheit. Hinzu komme eine Verschlechterung der Wasserqualität sowie Schwermetalle im Wasser, im Boden und in der Luft. Dies sei einer der Gründe, weshalb die Kindersterblichkeit unter den Wayuu über dem landesweiten Durchschnitt liege.

"Angesichts der Menschenrechtslage müsste die Politik sowohl gegenüber dem kolumbianischen Staat als auch gegenüber dem Betreiber der Mine, dem Schweizer Unternehmen Glencore, klare Auflagen zum Schutz von Menschenrechten betroffener indigener Bevölkerungsgruppen machen", forderte Henkel. Entscheidend sei eine lückenlose Durchsetzung des Lieferkettengesetzes - der aktuelle Bundeshaushalt stelle jedoch keine ausreichenden finanziellen Mittel für die Kontrollbehörde bereit.

Zudem sollte Deutschland an einem Kohleausstieg im Jahr 2030 festhalten, forderte Misereor weiter. "Energieerzeugung mit Kohle ist nicht nur vielfach mit der Verachtung von Menschenrechten verbunden, sondern auch umweltschädlich und wirtschaftlich nicht effizient", erklärte Henkel. Deutschland sollte in anderen Ländern nicht unterstützen, "was hierzulande längst abgeschafft wurde".

Der Tagebau El Cerrejón ist mit einer Fläche von 69.000 Hektar eine der größten Steinkohleminen der Welt. Deutschland importierte im vergangenen Jahr rund 2,3 Millionen Tonnen Steinkohle aus Kolumbien. Dies war ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu fünf Jahren zuvor: 2016 betrugen die Importe noch knapp elf Millionen Tonnen.

R.Mcintosh--EWJ

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