English Woman's Journal - "Schwere Zuhälterei": Schwede soll 120 Männern Sex mit seiner Frau verkauft haben

"Schwere Zuhälterei": Schwede soll 120 Männern Sex mit seiner Frau verkauft haben


"Schwere Zuhälterei": Schwede soll 120 Männern Sex mit seiner Frau verkauft haben
"Schwere Zuhälterei": Schwede soll 120 Männern Sex mit seiner Frau verkauft haben / Foto: Mats ANDERSSON - TT NEWS AGENCY/AFP

Der Fall sorgt in Schweden für Entsetzen: In der Stadt Härnösand muss sich seit Freitag ein Mann vor Gericht verantworten, der seine Partnerin über vier Jahre lang dazu genötigt haben soll, gegen Geld Sex mit etwa 120 Männern zu haben. Die Anklage wirft dem 62-jährigen Schweden schwere Zuhälterei, Vergewaltigung und Körperverletzung vor. Er soll demnach seine Frau bedroht und von Drogen und Alkohol abhängig gemacht haben. Der Fall wurde in Schweden mit dem der Französin Gisèle Pelicot verglichen, deren Mann sie betäubt und fremden Männern zur Vergewaltigung angeboten hatte.

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Der Beschuldigte war im Oktober im Norden Schwedens festgenommen worden, nachdem die Frau ihn angezeigt hatte. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft und bestreitet die Vorwürfe. Der Anklage zufolge verdiente er durch den Verkauf sexueller Dienstleitungen seiner Partnerin mehr als 500.000 schwedische Kronen, umgerechnet mehr als 46.000 Euro.

Vor Gericht erschien der Mann mit einem grauen Hemd bekleidet, um sein Auge herum trug er ein Tattoo. Medienberichten zufolge ist er ein ehemaliges Mitglied der Rockerbande "Hell's Angels". Die Klägerin war selbst nicht im Gerichtssaal präsent, um ihre Anonymität zu wahren. Sie verfolgte die Verhandlung aber per Video. Nach der Verlesung der Anklageschrift wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Staatsanwältin Ida Annerstedt sagte der Nachrichtenagentur AFP in einer Verhandlungspause, der Angeklagte habe seine Partnerin und spätere Ehefrau rücksichtslos ausgenutzt. "Er hat ihre Situation ausgenutzt, dass sie unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol stand und dass sie Angst vor ihm hatte." Annerstedt zufolge machte der Mann seine Frau selbst von Drogen und Alkohol abhängig.

Laut Anklageschrift bot der Mann den Sex mit seiner Frau im Internet an und vereinbarte und überwachte dann die Treffen mit Kunden. Laut Staatsanwältin Annerstedt hatte die Frau, die in der Anklageschrift als "schutzbedürftig" beschrieben wurde, "in gewissem Ausmaß" zugestimmt, "Sex zu verkaufen" - aber nicht mit bestimmten Personen oder unter bestimmten Umständen.

"Sie hatte bestimmte Grenzen. Es gab Situationen, in denen er diese Grenzen nicht respektierte und sie überrollte, nachdem sie nein gesagt hatte", sagte Annerstedt der Nachrichtenagentur AFP schon im Vorfeld des Prozesses. In diesen Fällen sei der Mann wegen Vergewaltigung oder versuchter Vergewaltigung angeklagt.

Die Anwältin des Beschuldigten, Martina Michaelsdotter, sagte der Nachrichtenagentur AFP, ihr Mandant gebe zu, Teil des "Geschäfts" seiner Frau gewesen zu sein. Er bestreite aber, Druck oder Gewalt ausgeübt zu haben. Der Angeklagte habe die Klägerin in technischen und administrativen Fragen unterstützt, sagte Michaelsdotter weiter. Dabei habe er mit ihrem Einverständnis gehandelt. Auch habe er seiner Frau nicht psychische oder physische Gewalt angetan oder sie von Alkohol oder Drogen abhängig gemacht.

Nach Angaben der Anklage wurden in dem Fall 120 Männer identifiziert, die im Verdacht stehen, sexuelle Dienstleistungen gekauft zu haben. 26 von ihnen sind demnach ebenfalls angeklagt, allerdings nur wegen des in Schweden illegalen Kaufs von Sex, da sie nicht davon ausgegangen waren, dass die Frau unfreiwillig daran teilnahm. Zunächst steht nur der Ehemann vor Gericht. Die Straftaten sollen sich zwischen dem 11. August 2022 und dem 21. Oktober 2025 ereignet haben.

M.Stevenson--EWJ

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