English Woman's Journal - Coldcase um jahrezehntealten Sexualmord: DNA-Spur überführte mutmaßlichen Täter

Coldcase um jahrezehntealten Sexualmord: DNA-Spur überführte mutmaßlichen Täter


Coldcase um jahrezehntealten Sexualmord: DNA-Spur überführte mutmaßlichen Täter
Coldcase um jahrezehntealten Sexualmord: DNA-Spur überführte mutmaßlichen Täter / Foto: HO - AFP/Archiv

Nach der Festnahme eines Tatverdächtigen in einem sogenannten Coldcase um eine vor mehr vor als 30 Jahren in Rheinland-Pfalz ermordete und sexuell missbrauchte Touristin haben Ermittler Details bekanntgegeben. Auf die Spur des mittlerweile 81-jährigen Beschuldigten kamen sie durch eine DNA-Untersuchung, wie sie am Mittwoch in Koblenz mitteilten. Bei einer Untersuchung der Kleidung des Opfers wurde eine minimale Spur gefunden, die einen Abgleich erlaubte.

Textgröße ändern:

"Was heute möglich ist, wäre 1994 so nicht möglich gewesen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Mario Mannweiler. Durch die moderneren Methoden sei es gelungen, eine DNA-Spur auf der Innenseite der Jeans des Opfers zu finden und diese einem möglichen Täter zuzuordnen. Die Spur stimme mit der DNA des festgenommenen Tatverdächtigen überein.

In dem Coldcase geht es um den Fall Amy Lopez. Spielende Kinder hatten die weitgehend nackte Leiche der 24 Jahre alten US-Touristin am 26. September 1994 unterhalb der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz gefunden. Sie war am dem Tag zur Besichtigung der Festung aufgebrochen. Die Tote hatte Kopfverletzungen, außerdem wies sie Messerstiche auf und war gewürgt worden. Jahrzehntelang blieb der Fall ungelöst.

Die Festnahme des Verdächtigen hatten die Ermittler schon am Dienstag bekanntgeben. Der Mann sei zwar nicht in der Region Koblenz geboren, habe dort aber lange gelebt. Wie die Staatsanwaltschaft berichtete, wurde er am Montag in einem Seniorenheim nahe Koblenz festgenommen. Er wirke geistig fit und sei in einem "altersgerechten Zustand".

Der Beschuldigte habe sich nicht zu den Vorwürfen eingelassen, hieß es am Mittwoch weiter. Bei der Festnahme habe er die Tat allerdings auch nicht spontan bestritten. Er kam inzwischen in Untersuchungshaft.

In der Vergangenheit sei er bereits häufiger einschlägig straffällig geworden. Zuletzt sei er 1999 wegen eines versuchten Sexualdelikts an einer 16-Jährigen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Im Zuge dieses Verfahrens wurde er als Ermittlungsspur erfasst. Weil aber im Fall Amy Lopez zu diesem Zeitpunkt noch keine verwertbare DNA-Spur existierte, konnte zunächst kein Zusammenhang festgestellt werden.

Bereits 1994 sei der heute 81-Jährige überprüft worden. Es hätten sich damals allerdings keine Hinweise auf eine Verbindung zur Tat ergeben. Die Personenbeschreibung eines Zeugen, der kurz vor der Tat jemanden nahe des Tatorts gesehen hatte, passte nicht.

Für die erneute Beschäftigung mit dem Fall stand die Speichelprobe des heute 81-Jährigen den Ermittlern jedoch nicht mehr zur Verfügung. Sie sei laut den gesetzlichen Fristen aus dem System gelöscht worden. Wann genau das passierte, blieb unklar. Jedoch gab er später eine freiwillige Speichelprobe ab. Auch vor 1999 habe der heute 81-Jährige bereits Haftstrafen abgesessen.

Im Fall Amy Lopez soll er aus einer sexuellen Motivation heraus gehandelt haben, sagte Mannweiler vor Journalisten. Es sei von einem Mord aus Heimtücke und zur Befriedigung des Geschlechtstriebs auszugehen.

Die Ermittler zeigten sich am Mittwoch erleichtert über die Festnahme des Tatverdächtigen. "Der Fall hat die Polizei und die Staatsanwaltschaft nie losgelassen", sagte Mannweiler. Ein ungeklärtes Verbrechen wie diese sei wie eine Wunde, die nicht verheile. Der Vater von Amy Lopez habe am Montag von der Festnahme erfahren. Wie er reagierte, ließen die Ermittler offen.

Ch.Reilly--EWJ

Empfohlen

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Medienbericht: Weitere Anklage im Fall Wirecard

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München I einem Medienbericht zufolge eine weitere Anklage erhoben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um eine frühere Mitarbeiterin, die von Dezember 2019 bis zur Wirecard-Insolvenz im Juni 2020 im Zuständigkeitsbereich von Vorstand Jan Marsalek arbeitete. Zuvor war sie demnach in der Konzernbuchhaltung beschäftigt.

Viele Opfer nach Einsturz von mehrstöckigem Gebäude in Nairobi befürchtet

Nach dem Einsturz eines im Bau befindlichen mehrstöckigen Gebäudes in Kenias Hauptstadt Nairobi werden mehrere Todesopfer befürchtet. Das Unglück habe sich am Freitag in dem Stadtteil Eastleigh ereignet, teilte das Rote Kreuz im Onlinedienst X mit. Örtliche Medien berichteten von möglichen Opfern unter den Trümmern. Auf Bildern vom Unglücksort war eine große Menschenmenge zu sehen. Örtlichen Medien zufolge kam es nach dem Einsturz zu Plünderungen.

Anklage in Rheinland-Pfalz: Bürgermeister soll Beamtem keine Aufgaben gegeben haben

Weil er einem Beamten über Jahre hinweg trotz voller Bezüge keine Arbeitsaufträge gegeben haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Koblenz Anklage gegen einen ehemaligen Verbandsbürgermeister aus Rheinland-Pfalz erhoben. Ihm wird Untreue im besonders schweren Fall vorgeworfen, wie die Behörde am Freitag mitteilte. In dem Zusammenhang erhob sie eine weitere Anklage gegen einen zwischenzeitlich suspendierten leitenden Beamten der Verbandsgemeinde wegen Untreue.

Textgröße ändern: