English Woman's Journal - Louvre unter Druck: Massiver Ticketbetrug und neuer Wasserschaden

Louvre unter Druck: Massiver Ticketbetrug und neuer Wasserschaden


Louvre unter Druck: Massiver Ticketbetrug und neuer Wasserschaden
Louvre unter Druck: Massiver Ticketbetrug und neuer Wasserschaden / Foto: JULIEN DE ROSA - AFP/Archiv

Die Pechsträhne für das Pariser Louvre-Museum reißt nicht ab: Nach einem spektakulären Juwelendiebstahl, Streiks und dem Verdacht auf massiven Ticketbetrug ist das berühmte Museum erneut Opfer eines Wasserschadens geworden. In einem Ausstellungssaal in der Nähe der Mona Lisa wurde ein Deckengemälde aus dem 19. Jahrhundert beschädigt, wie der Louvre am Freitag mitteilte. Grund dafür sei eine kaputte Heizungsleitung. Das Werk von Charles Meynier mit dem Titel "Der Triumph der französischen Malerei" weise zwei Risse auf und habe sich stellenweise vom Untergrund gelöst.

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Der betroffene Saal mit italienischer Renaissancemalerei blieb am Freitag geschlossen, laut Gewerkschaftsvertretern bildeten sich im meistbesuchten Museum der Welt daher auf dem Weg zur Mona Lisa von Leonardo da Vinci lange Schlangen. "Dies zeigt einmal mehr, wie renovierungsbedürftig das Museum ist", sagte Valérie Baud von der Gewerkschaft CFDT. Bereits Ende November war ein größerer Wasserschaden bekannt geworden, bei dem hunderte Dokumente der Bibliothek für ägyptische Altertümer beschädigt worden waren, insbesondere historische Fachzeitschriften.

Erst am Donnerstag war ein mutmaßlicher massiver Betrug mit Eintrittskarten bekannt geworden, durch den dem Louvre ein Schaden in Höhe von zehn Millionen Euro entstanden sein soll. Neun Verdächtige wurden festgenommen, unter ihnen zwei Museumsmitarbeiter und mehrere Touristenführer, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Laut den Ermittlern waren über Jahre hinweg pro Tag bis zu 20 Touristengruppen mit bereits benutzten Eintrittskarten ins Museum geschleust worden. Beteiligte Reisegruppenleiter hätten Museumsmitarbeitern Bargeld gegeben, um Kontrollen zu umgehen. Andere hätten ihre Reisegruppen aufgeteilt, um die höheren Preise für Gruppen zu vermeiden.

Der Louvre hatte Ende 2024 einen Verdachtsfall gemeldet, der zwei chinesische Reisegruppenleiter betraf. Diese seien aufgefallen, weil sie dieselben Eintrittskarten für mehrere Besucher benutzt hätten. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass weitere Touristenführer auf diese Weise vorgingen. Seit Juni vergangenen Jahres ermittelt die Justiz unter anderem wegen Betrugs, Bestechung, Geldwäsche und Urkundenfälschung.

Die Justiz beschlagnahmte bislang rund 1,4 Millionen Euro. Es besteht der Verdacht, dass die Betrüger einen Teil des Geldes in Immobilien in Frankreich und Dubai angelegt haben. Ein Museums-Sprecher sprach von einem "Betrug im großen Stil". Auch das Schloss von Versailles ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft von dem Ticketbetrug betroffen.

Die neuesten Vorfälle dürften den Druck auf Museumsdirektorin Laurence Des Cars erhöhen, die seit Monaten angefeindet und zum Rücktritt aufgerufen wird.

Der Louvre hatte 2025 ein Jahr voller Pleiten und Pannen erlebt: Im Oktober hatten vier Männer einen Teil der französischen Kronjuwelen gestohlen, die Beute wurde bis heute nicht gefunden. In den vergangenen Monaten wurde das Museum zudem mehrfach bestreikt. Die Gewerkschaften fordern unter anderem mehr Wachpersonal und das Angehen überfälliger Renovierungsarbeiten.

L.Paterson--EWJ

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