English Woman's Journal - Polizei: Neun Tote bei Schusswaffenvorfall an Schule und Wohngebäude in Kanada

Polizei: Neun Tote bei Schusswaffenvorfall an Schule und Wohngebäude in Kanada


Polizei: Neun Tote bei Schusswaffenvorfall an Schule und Wohngebäude in Kanada
Polizei: Neun Tote bei Schusswaffenvorfall an Schule und Wohngebäude in Kanada / Foto: Sebastien ST-JEAN - AFP/Archiv

Im Westen Kanadas sind bei einem Schusswaffenvorfall an einer Schule und einem Wohngebäude nach Angaben der Polizei neun Menschen getötet worden. An der höheren Schule in der abgelegenen Gemeinde Tumbler Ridge wurden sieben Menschen tödlich verletzt, zwei weitere Menschen wurden tot in einem Wohngebäude aufgefunden, wie die kanadische Polizei am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Auch der tutmaßliche Täter sei tot, hieß es demnach. Kanadas Premierminister Mark Carney reagierte betroffen auf den Vorfall.

Textgröße ändern:

Insgesamt wurden nach Polizeiangaben 27 Menschen verletzt. Zwei Menschen wurden demnach mit schweren oder lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus geflogen. 25 weitere Menschen seien zur Behandlung nicht-lebensbedrohlicher Verletzungen in eine örtliche Klinik gebracht worden. Die übrigen Schüler und Mitarbeiter seien sicher evakuiert worden.

Der mutmaßliche Schützen sei in der Schule "mit offenbar selbst zugefügten Verletzungen tot aufgefunden" worden. Eines der Todesopfer sei auf dem Weg von der Schule in ein Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

Carney zeigte sich angesichts des "schrecklichen" Vorfalls erschüttert. Er sei "am Boden zerstört", erklärte er in Onlinediensten. "Meine Gebete und tief empfundene Anteilnahme gelten den Familien und Freunden, die durch diese grauenhaften Gewalttaten geliebte Menschen verloren haben."

Der kanadische Premier sagte zudem seine geplante Reise zu der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) vorerst ab. Angesichts des Vorfalls werde Carney seine Reise "fürs Erste" nicht antreten, erklärte sein Büro gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Carney hatte geplant, von Mittwoch bis Sonntag in München zu sein.

Der Premierminister der Provinz British Columbia nannte die Gewalt "unvorstellbar". Die Gemeinde Tumbler Ridge erklärte: "Es gibt keine Worte, die den Herzschmerz ausdrücken könnten, den unsere Gemeinde heute Nacht erlebt."

Am Nachmittag wurde der Polizei zufolge eine Warnmeldung über einen aktiven Schützen an der Schule ausgegeben. Beim Durchsuchen der Schule hätten Polizeibeamte dann sechs Tote und den toten mutmaßlichen Schützen vorgefunden.

Der Tatort in dem Wohngebäude steht ersten Ermittlungen zufolge im Zusammenhang mit dem Vorfall an der Schule. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar.

Kanadische Medien berichteten, es handele sich um eine Täterin. Die Polizei machte dazu zunächst keine Angaben. Die Polizei ging nicht von weiteren Verdächtigen aus. Eine anhaltende Gefahr für die Öffentlichkeit bestand demnach nicht.

Ein Schüler berichtete dem kanadischen Sender CBC von den Ereignissen. Er habe sich im Unterricht befunden, als eine Durchsage kam, dass in der Schule eine Ausgangssperre verhängt worden sei. Zunächst habe er "nicht gedacht, dass irgendetwas los ist", doch dann habe er "verstörende" Fotos über das Blutbad in der Schule erhalten, sagte der Schüler. Dann "wurde mir klar, was passierte", fügte er hinzu. Er habe zwei Stunden in der Ausgangssperre ausharren müssen, ehe die Polizei das Schulgebäude stürmte, alle anwies, die Hände zu heben und sie schließlich aus der Schule eskortierte.

Es sei eine "sich rasch entwickelnde und dynamische Lage" gewesen, erklärte der Kommandant der örtlichen Polizei, Ken Floyd. "Das war ein unglaublich schwieriger und emotionaler Tag für unsere Gemeinde", fügte er hinzu.

Massenschießereien sind in Kanada selten. Im vergangenen April waren in Vancouver elf Menschen getötet worden, als ein Fahrzeug in ein philippinisches Kulturfest fuhr.

Tumbler Ridge ist eine malerische Gemeinde in einem Tal am Fuß der Rocky Mountains und liegt mehr als 1100 Kilometer nördlich von Vancouver, der größten Stadt in British Columbia.

L.Ross--EWJ

Empfohlen

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Medienbericht: Weitere Anklage im Fall Wirecard

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München I einem Medienbericht zufolge eine weitere Anklage erhoben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um eine frühere Mitarbeiterin, die von Dezember 2019 bis zur Wirecard-Insolvenz im Juni 2020 im Zuständigkeitsbereich von Vorstand Jan Marsalek arbeitete. Zuvor war sie demnach in der Konzernbuchhaltung beschäftigt.

Textgröße ändern: