English Woman's Journal - Überschwemmungen in Portugal werfen Schatten auf Präsidentenstichwahl

Überschwemmungen in Portugal werfen Schatten auf Präsidentenstichwahl


Überschwemmungen in Portugal werfen Schatten auf Präsidentenstichwahl
Überschwemmungen in Portugal werfen Schatten auf Präsidentenstichwahl / Foto: PATRICIA DE MELO MOREIRA - AFP

Die schweren Überschwemmungen in Portugal werfen einen Schatten auf die für Sonntag geplante zweite Runde der Präsidentschaftswahl in dem Land. Die besonders von dem Hochwasser infolge des Sturmtiefs "Leonardo" betroffene Gemeinde Alcácer do Sal beschloss am Donnerstag, den Termin für die Stichwahl um eine Woche zu verschieben. Der rechtspopulistische Präsidentschaftskandidat André Ventura forderte gar eine landesweite Verschiebung der Stichwahl. Starke Winde und Niederschläge sollen noch bis Samstag über die Iberische Halbinsel ziehen.

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Alle Wähler müssten die Möglichkeit haben, ihre Stimme abzugeben, sagte der Chef der Chega-Partei. Das sei "eine Frage der Gleichheit zwischen allen Portugiesen". Der in Umfragen führende sozialistische Präsidentschaftskandidat António José Seguro äußerte sich aber ablehnend zu einer landesweiten Verschiebung der Wahl. Die Entscheidung liege bei den einzelnen Kommunen. "Ich rufe alle Portugiesen, die wählen können, auf, dies am Sonntag zu tun", sagte Seguro.

Portugals Wahlbehörde stellte am Abend klar, dass die Stichwahl wie geplant am Sonntag stattfinden wird. Das Gesetz erlaube keine landesweite Verschiebung des Urnengangs, erklärte die Behörde.

Möglich ist eine Verschiebung aber auf kommunaler Ebene. Die Bürgermeisterin von Alcácer do Sal, Clarisse Campos, sagte der Nachrichtenagentur Lusa, die Voraussetzungen für die Wahl seien in ihrer Stadt nicht gegeben. "Wir haben mehrere abgeschnittene Ortschaften und das Stadtzentrum ist komplett überflutet", erklärte die Bürgermeisterin der fast 10.000 Wähler zählenden Gemeinde.

Bei einem Besuch vor Ort am Donnerstagmorgen hatte der scheidende portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa die Möglichkeit angesprochen, dass die Behörden der von den Unwettern der vergangenen Tage betroffenen Kommunen die Wahl verschieben könnten. Er betonte, die Entscheidung unterliege den Kommunen, nicht der Regierung oder einer nationalen Behörde.

Alcácer do Sal liegt im Bezirk Setúbal, etwa hundert Kilometer südlich von Lissabon. In der Region war der Fluss Sado nach anhaltenden Regenfällen über die Ufer getreten, hatte mehrere Straßen überflutet und zur Evakuierung von fast hundert Menschen geführt.

Der Sozialist Seguro war in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 18. Januar auf rund 31 Prozent der Stimmen gekommen. Ventura erreichte 23,5 Prozent. Seguro liegt in Umfragen für die Stichwahl mit 65 Prozent der Stimmen vorn.

Das Tiefdruckgebiet "Leonardo" sorgt derzeit in Teilen der Iberischen Halbinsel für anhaltende Regenfälle. Am Mittwoch war im Südosten Portugals ein Mann ums Leben gekommen. Er wurde von der Strömung mitgerissen, als er mit dem Auto ein überschwemmtes Gebiet durchqueren wollte.

Im Bezirk Santarém im Zentrum Portugals wurde am Donnerstag angesichts einer drohenden Überschwemmung des Flusses Téjo aufgrund starker Regenfälle die rote und damit höchste Warnstufe herausgegeben. Die Kommunalbehörden von Santarém ordneten die "verpflichtende Evakuierung" der Ufergebiete binnen sieben Stunden an. Der Zivilschutz erklärte, eine solche Lage habe es am Téjo seit 1997 und damit seit fast 30 Jahren nicht mehr gegeben.

In Spanien gab es indes leichte Entwarnung. Im besonders heftig betroffenen Andalusien im Süden des Landes wurde am Donnerstag die höchste Alarmstufe aufgehoben. Auch Marokko erlebte am Mittwoch extreme Niederschläge, dort wurden seit dem vergangenen Freitag mehr als 140.000 Menschen evakuiert.

Ch.McDonald--EWJ

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