English Woman's Journal - Magdeburg: Anklage wegen millionenschwerer Steuerhinterziehung mit Diesel

Magdeburg: Anklage wegen millionenschwerer Steuerhinterziehung mit Diesel


Magdeburg: Anklage wegen millionenschwerer Steuerhinterziehung mit Diesel
Magdeburg: Anklage wegen millionenschwerer Steuerhinterziehung mit Diesel / Foto: INA FASSBENDER, - - AFP/Archiv

Die Europäische Staatsanwaltschaft hat fünf Männer wegen millionenschwerer Steuerhinterziehung bei grenzüberschreitenden Dieselgeschäften vor dem Landgericht Magdeburg angeklagt. Wie das Gericht und die Anklagebehörde mit Hauptsitz in Luxemburg am Donnerstag gemeinsam mitteilten, geht es dabei um eine Summe von insgesamt rund 20 Millionen Euro.

Textgröße ändern:

Demnach sind alle fünf Beschuldigten wegen des Verdachts sogenannter Mehrwertsteuerhinterziehung angeklagt, zwei zusätzlich auch wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Laut Europäischer Staatsanwaltschaft handelt es sich um die erste Anklage im Rahmen des Ermittlungskomplexes "Water into Wine". Dabei geht es um den Vertrieb sogenannter Designer-Kraftstoffe über zwei Firmen in Sachsen-Anhalt.

Diese dieselnahen Produkte unterliegen nach Behördenangaben nicht der Energiesteuer für Diesel - es sei denn, sie werden wie mutmaßlich im vorliegenden Fall letztlich doch als Diesel genutzt. Zur Verdeckung der Lieferkette wurde laut Staatsanwaltschaft eine komplexe Kette von Dreiecksgeschäften über mehrere Unternehmen im Inland und im osteuropäischen Ausland geknüpft. Die Kraftstoffe gelangten demnach als Schmieröl deklariert über das Nachbarland Polen nach Deutschland.

In Deutschland wurden sie laut Anklageschrift umgefüllt und als Diesel ausgewiesen, um vorzuspiegeln, dass die Energiesteuer entrichtet wurde. Gleichzeitig stellten Scheinfirmen in Deutschland Rechnungen über die angebliche Lieferung von Diesel an eine Mineralölgesellschaft aus, mit denen ungerechtfertigt Vorsteuern geltend gemacht werden.

Insgesamt hinterzogen die in dem Komplex "Water into Wine" entdeckten Organisationen laut Behörden 45 Millionen Euro Mehrwertsteuer und mehr als 90 Millionen Euro Verbrauchsteuern zum Nachteil des deutschen Staats. Die Anklage gegen die fünf Verdächtigen in Magdeburg wird nun von einer Wirtschaftsstrafkammer des dortigen Landgerichts geprüft.

Die Europäische Staatsanwaltschaft ist die unabhängige Staatsanwaltschaft der Europäischen Union. Sie ist für die Untersuchung, Verfolgung und Anklage von Straftaten gegen die finanziellen Interessen der EU verantwortlich.

E.Cunningham--EWJ

Empfohlen

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Medienbericht: Weitere Anklage im Fall Wirecard

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München I einem Medienbericht zufolge eine weitere Anklage erhoben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um eine frühere Mitarbeiterin, die von Dezember 2019 bis zur Wirecard-Insolvenz im Juni 2020 im Zuständigkeitsbereich von Vorstand Jan Marsalek arbeitete. Zuvor war sie demnach in der Konzernbuchhaltung beschäftigt.

Textgröße ändern: