English Woman's Journal - Papst Leo XIV. im Libanon: Menschen sollen trotz Problemen im Land bleiben

Papst Leo XIV. im Libanon: Menschen sollen trotz Problemen im Land bleiben


Papst Leo XIV. im Libanon: Menschen sollen trotz Problemen im Land bleiben
Papst Leo XIV. im Libanon: Menschen sollen trotz Problemen im Land bleiben / Foto: OZAN KOSE - AFP

Papst Leo XIV. hat bei seinem Besuch im Libanon zu Frieden und Versöhnung aufgerufen - und die Menschen trotz der massiven Wirtschaftskrise zum Bleiben ermutigt. Es erfordere "Mut und Weitsicht, im eigenen Land zu bleiben oder dorthin zurückzukehren", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag in Beirut. Zum Abschluss seines Besuchs in der Türkei hatte der Papst zuvor an mehreren Gottesdiensten unterschiedlicher Konfessionen teilgenommen.

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Der Libanon befindet sich seit 2019 in einer tiefen Wirtschaftskrise. Armut und Arbeitslosigkeit nahmen dramatisch zu, vor allem junge Menschen verließen massenhaft das Land - darunter auch viele Christinnen und Christen.

"Es gibt Momente, in denen es einfacher ist, zu fliehen, oder es einfach bequemer erscheint, woanders hinzugehen", sagte der Papst nach seiner Ankunft in Beirut in einer Rede im Präsidentenpalast. Regierung und Gesellschaft müssten das "Bleiben in der Heimat" ermöglichen.

Leo XIV. rief die Menschen im Libanon zudem dazu auf, den "beschwerlichen Weg der Versöhnung" einzuschlagen, um "persönliche und kollektive Wunden" zu heilen. Sonst werde es schwierig, "zum Frieden zu finden."

Auf die regionalen Spannungen und den Konflikt mit Israel ging Leo XIV. in seiner Rede aber nicht direkt ein. Trotz eines Waffenstillstands zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz kommt es im Libanon immer wieder zu tödlichen Angriffen und Kämpfen, besonders im Süden des Landes.

Vor seiner Abreise aus der Türkei hatte Papst Leo XIV. erneut ein Zeichen für die Einheit der Christen gesetzt. Er betete unter anderem in der armenisch-apostolischen Kathedrale, was angesichts des angespannten Verhältnisses zwischen Armenien und der Türkei eine besondere Bedeutung hatte.

Der Papst betonte dabei das "mutige" christliche Bekenntnis des armenischen Volkes im Lauf der Geschichte - "oft unter tragischen Umständen". Diese Aussage wurde als Verweis auf die Massaker osmanischer Truppen an Armeniern im Ersten Weltkrieg verstanden. Schätzungen zufolge wurden zwischen 1915 und 1917 von den Soldaten des Osmanischen Reiches bis zu 1,5 Millionen Armenier getötet. Die Türkei spricht von wesentlich niedrigeren Opferzahlen und lehnt den Begriff Völkermord für die Massaker ab.

Die Reise in die Türkei und den Libanon ist die erste Auslandsreise des Papstes seit seiner Wahl im Mai. Er hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass er sich besonders für die Einheit der Christen und ein gutes Verhältnis aller Religionen einsetzen wolle. Am Samstag besuchte er zusammen mit muslimischen Geistlichen die berühmte Blaue Moschee in Istanbul. Zudem unterzeichnete er gemeinsam mit dem orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I., einen Aufruf zum interreligiösen Dialog.

In der Türkei machte der Papst-Besuch allerdings kaum Schlagzeilen - in dem mehrheitlich muslimischen Land mit seinen 86 Millionen Einwohnern leben nur etwa 100.000 Christen.

Im Libanon wurde der Papst dagegen mit großer Vorfreude erwartet: In dem multireligiösen Land mit seinen 5,8 Millionen Einwohnern bekennt sich ein Drittel der Bevölkerung zum christlichen Glauben. Am Sonntag traf Papst den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun, einen Christen, den sunnitischen Regierungschef Nawaf Salam und den schiitischen Parlamentspräsidenten Nabih Berri.

Am Montag plant der Papst unter anderem ein interreligiöses Treffen und eine Begegnung mit jungen Menschen. Am Dienstag, dem letzten Tag seiner Reise, will er dann eine Freiluft-Messe mit mehr als 100.000 Gläubigen feiern.

K.R.Jones--EWJ

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