English Woman's Journal - Mehr als 190 Tote durch Zyklon "Ditwah" in Sri Lanka - Colombo unter Wasser

Mehr als 190 Tote durch Zyklon "Ditwah" in Sri Lanka - Colombo unter Wasser


Mehr als 190 Tote durch Zyklon "Ditwah" in Sri Lanka - Colombo unter Wasser
Mehr als 190 Tote durch Zyklon "Ditwah" in Sri Lanka - Colombo unter Wasser / Foto: Ishara S. KODIKARA - AFP

In Sri Lanka hat der Zyklon "Ditwah" eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Nach einer Woche heftiger Regenfälle infolge des Wirbelsturms standen am Sonntag den Behörden zufolge in der Hauptstadt Colombo ganze Stadtteile unter Wasser. Die Zahl der Todesopfer stieg nach Überschwemmungen und Erdrutschen demnach auf mehr als 190. Der südasiatische Inselsstaat rief den Katastrophenfall aus. Am Samstag wurden indes 69 Businsassen gerettet, darunter ein deutscher Tourist.

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Nach Angaben des srilankischen Katastrophenschutzzentrums waren die nördlichen Viertel von Colombo infolge des raschen Anstiegs des Flusses Kelani überflutet. Obwohl der Zyklon weitergezogen sei, hätten "starke Regenfälle flussaufwärts nun zu Überschwemmungen in tiefer gelegenen Gebieten entlang des Kelani-Flusses" geführt, erklärte ein Sprecher am Sonntag. Bislang seien 193 Todesopfer gezählt worden. 228 Menschen wurden demnach noch vermisst.

Viele Häuser in Colombo standen am Sonntag komplett unter Wasser. Darunter war auch das Haus der 46-jährigen Selvi aus dem Vorort Wennawatte. Sie wisse nicht, wohin sie gehen solle, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Sie hoffe, mit ihrer Familie in einer sicheren Notunterkunft Zuflucht zu finden.

Unterdessen gelang es den Helfern in der am stärksten betroffenen Zentralregion des Landes, die durch umgestürzte Bäume und Erdrutsche blockierten Straßen freizuräumen. Dabei wurde nach Behördenangaben erstmals das Ausmaß der Schäden deutlich.

In der rund 250 Kilometer nordöstlich von Colombo gelegenen Stadt Manampitiya sanken die Wasserstände und gaben den Blick auf massive Zerstörungen frei. Solche Wassermassen habe er "noch nie gesehen", sagte der 72-jährige Bewohner S. Sivanandan örtlichen Medien. Geschäfte und Häuser seien massiv beschädigt worden, ein herumgewirbeltes Auto sei kopfüber direkt vor seinem Laden aufgeprallt.

Obwohl die Zahl der Verletzten verhältnismäßig niedrig blieb, meldete Sri Lankas Blutspendedienst einen massiven Mangel an Blutkonserven. Der Leiter des Dienstes rief in örtlichen Medien zum Blutspenden auf, da wegen der sturmbedingten Störungen statt der täglich benötigten 1500 Konserven nur 236 vorrätig seien.

Die für die Stabilität von Berghängen zuständige Organisation für Gebäudeforschung warnte unterdessen vor einem unvermindert hohen Risiko weiterer Erdrutsche. Die Hänge seien noch immer mit Regenwasser vollgesogen.

Sri Lankas Präsident Anura Kumara Dissanayake hatte am Samstag den Katastrophenfall ausgerufen, der ihm besondere Rechte einräumt, um Hilfsmaßnahmen zu ergreifen. Die Armee unterstützte die laufenden Hilfseinsätze. Zudem bat er die internationale Gemeinschaft um Unterstützung. Das große Nachbarland Indien schickte daraufhin am Samstag Hilfsgüter und zwei Hubschrauber mit Besatzung für Rettungseinsätze nach Sri Lanka. Zwei weitere Hubschrauber sollten am Sonntag eintreffen.

Laut Sri Lankas Luftwaffe entsandte auch Pakistan Rettungsteams. Zudem kündigte Japan die Entsendung eines Teams zur Feststellung des unmittelbaren Bedarfs an und sagte weitere Hilfe zu.

Rund 147.000 Menschen, deren Häuser durch die einwöchigen heftigen Regenfälle zerstört wurden, wurden in staatliche Notunterkünfte gebracht. Insgesamt wurden 25.000 Häuser zerstört. Weitere 968.000 Menschen brauchen laut dem Katastrophenschutzzentrum staatliche Hilfe, weil sie wegen der Überschwemmungen ihre Wohnungen oder Häuser verlassen mussten.

Im Bezirk Anuradhapura konnten am Samstag nach einer 24-stündigen Rettungsaktion mit Hubschrauber und Marinebooten in Not geratene Insassen eines Busses gerettet werden. Ein Passagier berichtete lokalen Medien in einer Klinik, Soldaten hätten den Insassen geholfen, auf das Dach eines Hauses in der Nähe zu klettern. Zuvor hätten die Soldaten Seile gespannt, damit sie sicher durch die Fluten waten konnten.

"Wir hatten viel Glück. Während wir auf dem Dach waren, brach ein Teil davon ein. Drei Frauen fielen ins Wasser, aber ihnen konnte zurück aufs Dach geholfen werden", sagte W. M. Shantha. Eine Rettung per Hubschrauber habe abgebrochen werden müssen, weil die Wirbel der Rotorblätter das Dach wegzufegen drohten. Später seien sie mit Marinebooten gerettet worden.

"Ditwah" war am Mittwoch in Sri Lanka auf Land getroffen, seine Auswirkungen hatte der südasiatische Inselstaat aber bereits seit vergangenem Montag zu spüren bekommen. Der Zyklon bewegt sich nun in Richtung Indien.

Ch.Reilly--EWJ

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