English Woman's Journal - Durchsuchung bei Selenskyjs engstem Vertrauten Jermak wegen Korruptionsverdachts

Durchsuchung bei Selenskyjs engstem Vertrauten Jermak wegen Korruptionsverdachts


Durchsuchung bei Selenskyjs engstem Vertrauten Jermak wegen Korruptionsverdachts
Durchsuchung bei Selenskyjs engstem Vertrauten Jermak wegen Korruptionsverdachts / Foto: Oscar DEL POZO - AFP/Archiv

Der engste Vertraute des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj steht unter Korruptionsverdacht: Bei Präsidialamtschef Andrij Jermak fanden am Freitag Durchsuchungen statt, wie das ukrainische Antikorruptionsbüro (Nabu) und die Antikorruptions-Staatsanwaltschaft mitteilten. Die Maßnahmen seien "Teil einer Untersuchung". Ob die Ermittlungen gegen Jermak mit dem massiven Korruptionsskandal im Energiesektor in Verbindung stehen, der die Ukraine derzeit erschüttert und der bis in das nächste Umfeld des ukrainischen Präsidenten reicht, blieb zunächst unklar.

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Der mächtige Präsidialamtschef Jermak, der als wichtigster Berater Selenskyjs gilt, kündigte an, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. "Sie haben uneingeschränkten Zugang zu meiner Wohnung erhalten", erklärte Jermak in Onlinediensten. Seine Anwälte seien vor Ort und kooperierten mit den Behörden. Es gebe "keinerlei Hindernisse" bei den Untersuchungen.

Selenskyj hatte seinen Vertrauten kürzlich zum Leiter der ukrainischen Delegation bei den Verhandlungen in Genf über den von den USA vorgelegten Plan zur Beendigung des Ukraine-Kriegs ernannt. Kritiker in der Ukraine werfen dem Präsidialamtschef jedoch vor, er habe zu viel Macht angehäuft. Auch kontrolliere Jermak den Zugang zum ukrainischen Präsidenten und grenze kritische Stimmen rücksichtslos aus.

Erst kürzlich hatte das Antikorruptionsbüro Nabu ein "kriminelles System" aufgedeckt, das nach eigenen Angaben zur Veruntreuung von 100 Millionen Dollar (etwa 86 Millionen Euro) in der Ukraine geführt habe. Im Mittelpunkt der Affäre steht ein enger Freund und früherer Geschäftspartner Selenskyjs, Timur Minditsch. Minditsch und der ebenso beschuldigte Geschäftsmann Oleksandr Zuckermann wurden zur Fahndung ausgeschrieben. Beide Männer, die auch die israelische Staatsbürgerschaft haben, sollen die Ukraine bereits verlassen haben. Der ukrainische Justizminister und die Energieministerin verloren ihre Posten. Ebenfalls zu den Verdächtigen in dem Fall zählt den Behörden zufolge der frühere Vize-Regierungschef Oleksij Tschernyschow.

Im Zentrum des Skandals stehen der Atomkraftwerkbetreiber Energoatom und weitere staatliche Energieunternehmen, wie der Betreiber der Wasserkraftwerke des Landes oder die Unternehmen für Gasförderung und -transport. Bei den Ermittlungen waren Unregelmäßigkeiten in Verträgen zum Schutz des ukrainischen Stromnetzes aufgedeckt worden. Als Reaktion auf den Skandal kündigte Selenskyj eine Umstrukturierung im Energiesektor des Landes an. Auch mögliche Unregelmäßigkeiten in der Verteidigungsindustrie sollen untersucht werden.

In der ukrainischen Bevölkerung löste der Korruptionsskandal Empörung aus - insbesondere, da die ukrainische Energieversorgung durch verstärkte russische Angriffe zum Wintereinbruch bereits stark eingeschränkt wurde.

Russland griff zuletzt massiv Energieversorgungs- und Produktionsanlagen in der Ukraine an. Nach Angaben aus Kiew startete Moskau im vergangenen Monat die schwersten Bombenangriffe auf ukrainische Gasanlagen seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022. Dadurch seien rund 60 Prozent der Produktion lahmgelegt worden.

L.Paterson--EWJ

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