English Woman's Journal - Studie: Viele Rohingya leiden in Lagern in Bangladesch unter sexualisierter Gewalt

Studie: Viele Rohingya leiden in Lagern in Bangladesch unter sexualisierter Gewalt


Studie: Viele Rohingya leiden in Lagern in Bangladesch unter sexualisierter Gewalt
Studie: Viele Rohingya leiden in Lagern in Bangladesch unter sexualisierter Gewalt / Foto: Piyas Biswas - AFP/Archiv

Viele geflüchtete Frauen und Jugendliche der muslimischen Minderheit der Rohingya haben laut einer aktuellen Studie in Bangladeschs Flüchtlingslagern unter sexualisierter Gewalt zu leiden. Wie die Hilfsorganisation ActionAid am Sonntag basierend auf 66 Interviews mit Rohingya-Frauen und Mädchen bekannt gab, sind diese besonders oft "Opfer von sexueller Belästigung, Vergewaltigung, Menschenhandel, Armut, Bildungsausgrenzung und sogar Todesfällen".

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Mädchen im Alter von sechs bis 15 Jahren sind den Angaben zufolge besonders gefährdet. Die meisten Fälle von sexueller Belästigung treten demnach in der Nähe von Latrinen und Waschplätzen in den überfüllten Flüchtlingslagern auf.

Rund eine Million Rohingya-Flüchtlinge aus dem benachbarten Myanmar leben in den Flüchtlingslagern von Cox's Bazar im Südosten Bangladeschs unter schwierigsten Bedingungen. ActionAid ist seit 2017 in den Lagern tätig und untersuchte in ihrer Studie die Probleme von Frauen und Jugendlichen.

"Das Patriarchat ist in der Rohingya-Gemeinschaft tief verwurzelt", erklärte ActionAid-Geschäftsführerin Farah Kabir. "Frühe Heirat und Polygamie sind zur Normalität geworden", fügte ActionAid-Forschungskoordinatorin Tamazer Ahmed hinzu. Die Gewalt gehe jedoch nicht nur von den Männern der Gemeinschaft aus, sondern werde auch von Mitglieder der in den Lagern eingesetzten bewaffneten Polizeieinheit APBN verübt.

Laut der Studie wünschen sich die befragten Frauen, die Beleuchtung in öffentlichen Bereichen zu verbessern, die Polizisten durch Soldaten zu ersetzen und Männer in Präventionsmaßnahmen einzubeziehen.

Die muslimische Minderheit der Rohingya ist in Myanmar massiver Verfolgung und Gewalt durch das Militär ausgesetzt, 2015 war ihnen die Staatsbürgerschaft entzogen worden. Insbesondere seit einer brutalen Militäroffensive im Jahr 2017 flüchteten viele Angehörige der Minderheit in das benachbarte Bangladesch, wo sie größtenteils in dutzenden Flüchtlingscamps in der Stadt Cox's Bazar leben.

Seit 2024 verzeichnete Bangladesch einen erneuten Anstieg der Flüchtlingszahlen aus Myanmar: Rund 150.000 weitere Rohingya kamen seitdem über die Grenze.

B.Mclean--EWJ

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