English Woman's Journal - Prozess gegen mutmaßliche syrische Drogenbande in Essen begonnen

Prozess gegen mutmaßliche syrische Drogenbande in Essen begonnen


Prozess gegen mutmaßliche syrische Drogenbande in Essen begonnen
Prozess gegen mutmaßliche syrische Drogenbande in Essen begonnen / Foto: INA FASSBENDER - AFP/Archiv

Vor dem Landgericht Essen hat am Mittwoch ein Prozess gegen eine mutmaßliche syrische Drogenbande begonnen, die mit ihren Geschäften Syriens Machthaber Baschar Al-Assad mitfinanziert haben soll. Verantworten müssen sich vier Männer im Alter von 23 bis 55 Jahren. Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft Drogendeals in Millionenhöhe und Geldwäsche vor. Einer von ihnen habe bereits im Vorfeld "weitgehend" gestanden, sagte ein Gerichtssprecher.

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Auch die übrigen Angeklagten hätten sich in den Ermittlungen teils geständig gezeigt. Alle vier Angeklagten schwiegen demnach zum Prozessauftakt, kündigten jedoch Aussagen für den weiteren Verlauf der Verhandlung an.

Die Angeklagten Iyad C., Mohamad Bouz A. und Abdelfateh B. sollen sich laut Anklagevorwurf mit weiteren Komplizen in Syrien zu einer Bande zusammengeschlossen haben, um in Syrien hergestelltes Amphetamin und Haschisch aus Latakia per Container verschiffen zu lassen. Die Drogen sollten in Saudi-Arabien und Ägypten gewinnbringend weiterverkauft werden. Für jeden Container, der Syrien verließ, mussten demnach rund 360.000 Dollar an das syrische Heer gezahlt werden.

Um zu verschleiern, woher die Drogen kamen, seien zunächst Zwischenhäfen in Europa angesteuert worden. Der mutmaßliche Hauptorganisator der Drogengeschäfte, der gesondert strafrechtlich verfolgt wird, soll die Angeklagten als Komplizen angeworben haben. C. habe sich um die Logistik gekümmert, wobei ihn A. und B. unterstützt hätten. Geld sollen die Männer über das in Deutschland verbotene Hawala-Banking übermittelt haben.

Zwischen Dezember 2019 und November 2020 entdeckten Ermittler in der rumänischen Hafenstadt Constanta mehrere Container voller als Legalware getarnter Drogen. Beschlagnahmt wurden Haschisch und Amphetamin im Wert von insgesamt rund 130 Millionen Euro. Versteckt waren die Drogen etwa in Kühlaggregaten, libanesischer Seife oder Bananen.

Der vierte und jüngste Angeklagte, Fouad S., soll den Angeklagten C. zu Hawala-Bankern begleitet haben. Dabei hätten die Männer insgesamt 85.000 Euro entgegen genommen. Auch Drogengeld soll er bar in Empfang genommen und weitergeleitet haben. Für das Verfahren sind zunächst 16 weitere Verhandlungstage bis Anfang September angesetzt.

N.M.Shaw--EWJ

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