English Woman's Journal - Letzte Vorbereitungen für Papst-Wahl: Kardinäle beraten und beziehen Zimmer

Letzte Vorbereitungen für Papst-Wahl: Kardinäle beraten und beziehen Zimmer


Letzte Vorbereitungen für Papst-Wahl: Kardinäle beraten und beziehen Zimmer
Letzte Vorbereitungen für Papst-Wahl: Kardinäle beraten und beziehen Zimmer / Foto: Gabriel BOUYS - AFP

Im Vatikan haben am Dienstag die letzten Vorbereitungen für die Wahl eines neuen Papstes begonnen. Die Kardinäle kamen noch einmal zu einem abschließenden Vorbereitungstreffen zusammen, bis spätestens Mittwochmorgen müssen sie ihre Zimmer im Vatikan beziehen. Am Mittwochnachmittag beginnt dann unter strengster Geheimhaltung das Konklave. Beteiligte Vatikan-Mitarbeiter legten bereits einen Eid ab, ab Mittwochnachmittag wird sogar das Mobilfunknetz im Vatikan abgeschaltet.

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Alle 133 katholischen Kardinäle, die über die Nachfolge des verstorbenen Papstes Franziskus abstimmen, waren schon am Montag in Rom eingetroffen. Wahlberechtigt sind 135 Kardinäle unter 80 Jahren aus allen Teilen der Welt, zwei sagten aus gesundheitlichen Gründen allerdings ab.

Am Dienstag kamen die Papstwähler und ältere Kardinäle zu ihrer zwölften und letzten Generalkongregation zusammen, einem Treffen zur Vorbereitung der Papstwahl. Bei den Kardinalstreffen berieten sie nach Vatikan-Angaben über Themen wie die Finanzen des Heiligen Stuhls, den Missbrauchsskandal oder die Aufgaben des nächsten Papstes.

Bei den Treffen hätten sich die Kardinäle auch besser kennengelernt, berichtete der Kardinal Jean-Paul Vesco. "Wir kommen aus so vielen Ländern, viele von uns hatten sich nie zuvor getroffen", sagte der aus Frankreich stammende Erzbischof von Algier der italienischen Zeitung "Corriere della Sera".

Bei der Papstwahl gibt es aus seiner Sicht "mindestens fünf oder sechs" Favoriten. Neben den sogenannten "natürlichen Kandidaten", die in der Kirche schon gut bekannt seien, hätten sich andere Kardinäle durch "starke" Wortmeldungen in den Generalkongregationen ins Gespräch gebracht.

Seit Dienstag können die Papstwähler auch ihre Zimmer im Gästehaus Santa Marta, in dem auch Papst Franziskus bis zuletzt wohnte, sowie im angrenzenden Gästehaus Santa Marta Vecchia beziehen. Die Zimmer wurden per Los zugeteilt.

Die Wahl des 267. Papstes in der Geschichte der katholischen Kirche findet nach festen Riten statt: Um 10.00 Uhr gibt es eine Messe im Petersdom, um 16.30 Uhr ziehen die Kardinäle dann feierlich in die Sixtinische Kapelle ein. Unter den weltberühmten Fresken von Michelangelo stimmen sie in geheimer Wahl ab, bis sich eine Zweidrittelmehrheit auf ein neues Oberhaupt der 1,4 Milliarden Katholikinnen und Katholiken weltweit geeinigt hat.

Der erste Wahlgang ist noch am Mittwoch geplant. Solange sich die Kardinäle nicht auf einen Papst einigen können, werden die Stimmzettel aus jedem Wahlgang mit einer chemischen Zusatz verbrannt, so dass schwarzer Rauch aus einem Schornstein über der Sixtinischen Kapelle emporsteigt. Ist ein neuer Papst gewählt, steigt weißer Rauch auf, zudem läuten die Glocken des Petersdoms.

Der Kardinalprotodiakon - derzeit der französische Kardinal Dominique Mamberti - tritt dann bei der Präsentation auf den Hauptbalkon des Petersdoms und verkündet: "Habemus papam" ("Wir haben einen Papst"). Anschließend tritt der neue Papst auf den Balkon und spricht den Segen Urbi et orbi (der Stadt und dem Erdkreis).

Die Papstwahl findet unter strengster Geheimhaltung statt. Ihre Mobiltelefone müssen die Kardinäle in ihren Unterkünften zurücklassen. Im gesamten Vatikan mit Ausnahme des Petersplatzes wird zudem ab Mittwoch um 15.00 Uhr das Mobilfunknetz abgeschaltet, wie der Vatikan am Montagabend bekanntgab. Erst nach Bekanntgabe der Wahl eines neuen Papstes werde der Handyempfang wiederhergestellt.

Neben den Kardinälen unterliegen auch alle anderen am Konklave beteiligten Vatikan-Mitarbeiter einer Schweigepflicht, neben Geistlichen etwa auch Aufzugswärter, Krankenpflegerinnen und das Kantinen- und Reinigungspersonal. Sie legten bei einer Zeremonie am Montagnachmittag einen Eid ab. Wer gegen die Schweigepflicht verstößt, dem droht die höchste kirchliche Strafe, die Exkommunikation.

Ch.Anderson--EWJ

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