English Woman's Journal - Polizei erfasst Anstieg bei Gewalttaten und Rückgang bei Drogen und Cybercrime

Polizei erfasst Anstieg bei Gewalttaten und Rückgang bei Drogen und Cybercrime


Polizei erfasst Anstieg bei Gewalttaten und Rückgang bei Drogen und Cybercrime
Polizei erfasst Anstieg bei Gewalttaten und Rückgang bei Drogen und Cybercrime / Foto: Michaela STACHE - AFP

Mehr Körperverletzungen und Sexualstraftaten, weniger Drogendelikte und Fälle von Cybercrime: Die Polizei hat im vergangenen Jahr in Deutschland einen Anstieg der Gewalttaten, in anderen Kriminalitätsbereichen aber auch teils erhebliche Rückgänge registriert. Die am Mittwoch vom Bundesinnenministerium und der Innenministerkonferenz veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik weist für das Jahr 2024 insgesamt 217.277 Fälle von Gewaltkriminalität aus - das sind 3178 oder 1,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Innerhalb von fünf Jahren hat sich diese Zahl damit um 20 Prozent erhöht.

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Anstiege gab es den Angaben zufolge im Bereich Gewaltkriminalität bei Sexualdelikten (plus 9,3 Prozent), Körperverletzungen (plus 2,4 Prozent), aber auch bei Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen (plus 0,9 Prozent). Die Zahl der Raubdelikte hingegen ging im Vergleich zum Vorjahr zurück (minus 3,7 Prozent).

Bei Gewaltstraftaten nahm die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen um 7,5 Prozent zu. In dem Bereich waren nun rund 41,8 Prozent der Tatverdächtigen Ausländerinnen und Ausländer - 2023 waren es 41,1 Prozent. Die Verfasser der Statistik weisen dabei auch auf den gestiegenen Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung hin.

Die Gesamtzahl der erfassten Straftaten lag 2024 bei 5,84 Millionen - das sind rund 103.000 oder 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Hauptgrund dafür ist aber, dass ein früherer Deliktsbereich seit 1. April 2024 weitgehend abgeschafft ist: Konsum und Anbau von Cannabis. Der Rückgang der Fall- und Tatverdächtigenzahlen sei "deutlich" von der Teillegalisierung beeinflusst, heißt es in der Erklärung zur Statistik.

Sowohl die Gesamtzahl der Straftaten als auch die der Drogendelikte sei somit nicht mit dem Vorjahr vergleichbar, heißt es in der Statistik. Unter der Annahme, dass sich die Fallzahlen im Fünf-Jahres-Durchschnitt entwickelt hätten, hätte es demnach keinen leichten Rückgang der Kriminalität, sondern einen leichten Anstieg gegeben, vermuten die Autorinnen und Autoren.

Bei den Drogendelikten insgesamt wurde ein erheblicher Rückgang verzeichnet: 228.104 Fälle registrierte die Polizei im vergangenen Jahr. Das waren 118.773 oder 34,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Tatverdächtigen sank erheblich - um 34 Prozent von 266.280 auf 175.669.

Das Gesetz zur Teillegalisierung von Cannabis war am 1. April 2024 in Kraft getreten. Besitz und kontrollierter Anbau zum privaten Gebrauch sind seither erlaubt, allerdings mit Einschränkungen. 2023 hatten die Polizeibehörden noch gut 215.000 Cannabis-Delikte erfasst. Diese fielen ab April 2024 nun zu einem erheblichen Teil weg. Die Zahl lag 2024 nur noch bei 101.345 - ein Rückgang von mehr als 50 Prozent.

Im Bereich Drogenkriminalität gab es auch bei Heroin mit minus 14,8 Prozent einen erheblichen Rückgang auf 8634 Fälle. Straftaten im Zusammenhang mit anderen Drogen wie Kokain, LSD oder Metamphetaminen stiegen allerdings im gleichen Zeitraum.

Im Feld Cybercrime gingen die Zahlen leicht um 2,2 Prozent auf 131.391 zurück. Das ist das zweite Jahr in Folge, in dem die erfasste Kriminalität hier zurückging. Die Autorinnen und Autoren weisen aber auf ein in diesem Bereich oft großes Dunkelfeld hin: "Da bislang keine aktuellen bundesweiten Ergebnisse zur Veränderung des Dunkelfelds im Bereich Cyberkriminalität vorliegen, bleibt zunächst unklar, ob die Veränderung in den Fallzahlen auf eine tatsächliche Veränderung der Häufigkeit oder auf eine Veränderung im Anzeigeverhalten zurückzuführen sind."

2024 gab insgesamt 1,3 Millionen Opfer von vollendeten oder versuchten Straftaten. Das ist zwar eine Zunahme von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr - diese liegt aber auch an einer Ausweitung der Opferdefinition, die der Berechnung zugrundeliegt. "Somit sind die Daten zu den Opfern insgesamt nicht mit denen der Vorjahre vergleichbar", heißt es in der Statistik.

58,5 Prozent der Opfer waren männlich, 41,5 Prozent weiblich. Kinder, Jugendliche und Heranwachsende machten zusammen rund 23 Prozent der Opfer aus. 25,8 Prozent der Opfer waren Ausländerinnen und Ausländer.

L.Paterson--EWJ

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