English Woman's Journal - US-Baptisten veröffentlichen 205-Seiten-Liste mutmaßlicher Kirchen-Sexualtäter

US-Baptisten veröffentlichen 205-Seiten-Liste mutmaßlicher Kirchen-Sexualtäter


US-Baptisten veröffentlichen 205-Seiten-Liste mutmaßlicher Kirchen-Sexualtäter
US-Baptisten veröffentlichen 205-Seiten-Liste mutmaßlicher Kirchen-Sexualtäter / Foto: Loren Elliott - AFP/Archiv

Angesichts heftiger Vertuschungsvorwürfe hat die größte protestantische Konfession in den USA eine 205 Seiten lange Liste mit Namen von Pastoren und anderen Kirchenmitarbeitern veröffentlicht, denen sexueller Missbrauch angelastet wird. Die Veröffentlichung solle ein "erster, aber wichtiger Schritt" zur Aufarbeitung sein, erklärte die Southern Baptist Convention (SBC). Die Liste enthält hunderte Einträge, darunter auch Vorwürfe des Missbrauchs von gerade einmal fünf Jahre alten Kindern.

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Die SBC wolle mit der Veröffentlichung der Vorwürfe "die Geißel des sexuellen Missbrauchs" benennen und Reformen einleiten, hieß es in einer am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Erklärung. Die Liste führt sowohl Verurteilungen von Pastoren und Kirchen-Mitarbeitern als auch Ermittlungen und nicht bei der Polizei gemeldete Fälle auf.

Zu Wochenbeginn war eine unabhängige Untersuchung bekannt geworden, derzufolge SBC-Führungskräfte jahrelang Beschwerden über sexuellen Missbrauch in ihren Reihen unterdrückt haben. Überlebende und Anwälte, die wegen sexuellen Fehlverhaltens Alarm schlugen, seien mit "Widerstand, Ausflüchten und sogar offener Feindseligkeit" auf höchster Leitungsebene der Kirche konfrontiert worden.

Die unabhängige Untersuchung war von der Kirche in Auftrag gegeben worden, nachdem sie 2019 von einem Missbrauchsskandal erschüttert worden war. Zeitungen hatten hunderte von vertuschten Fällen seit Ende der 1990er aufgedeckt. In dem Untersuchungsbericht wird festgestellt, dass einige Kirchenführer kein Interesse an einer Untersuchung oder Veröffentlichung der Fälle hatten.

Mehrere hochrangige Führungskräfte "besaßen Informationen über Missbrauchsvorwürfe und Gerichtsverfahren", die sie nicht mit anderen Mitgliedern des Exekutivkomitees teilten, hieß es. Stattdessen "konzentrierten sie sich ausschließlich darauf, eine Haftung" der Kirche zu "vermeiden, ohne andere Überlegungen zu berücksichtigen".

Opfer wurden dem Bericht zufolge ignoriert und diskreditiert. Ihnen sei gesagt worden, dass keine Maßnahmen ergriffen würden, weil dies die Autonomie der einzelnen Kirchen verletzen würde - "selbst wenn dies bedeutete, dass verurteilte Missbrauchstäter ihren Dienst ohne Benachrichtigung oder Warnung an ihre derzeitige Kirche oder Gemeinde fortsetzten".

Der Bericht empfahl eine "aufrichtige Entschuldigung" bei den Betroffenen und eine umfassende Überarbeitung der Kirchen-Richtlinien zu sexuellem Fehlverhalten. Die Southern Baptist Convention hat tausende Mitgliedsgemeinden und 15 Millionen Mitglieder, hauptsächlich im Süden der USA.

L.Ross--EWJ

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