English Woman's Journal - Medien: Prozess gegen Freundin von belarussischem Regierungsgegner Protasewitsch

Medien: Prozess gegen Freundin von belarussischem Regierungsgegner Protasewitsch


Medien: Prozess gegen Freundin von belarussischem Regierungsgegner Protasewitsch
Medien: Prozess gegen Freundin von belarussischem Regierungsgegner Protasewitsch

Zehn Monate nach ihrer Festnahme ist die Freundin des belarussischen Regierungskritikers Roman Protasewitsch Medienberichten zufolge in Belarus vor Gericht gestellt worden. Die Verhandlung gegen die 24-jährige Russin Sofia Sapega habe am Montag begonnen, berichtete das oppositionelle Nachrichtenportal "Zerkalo". Bei einer Verurteilung drohen Sapega bis zu sechs Jahre Haft.

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Die junge Russin wurde dem Bericht zufolge in sieben Punkten angeklagt. Dazu zählten "Anstachelung zu sozialem Hass" sowie "Gewalt oder Drohungen" gegen die Polizei.

Belarus hatte im Mai 2021 eine Ryanair-Maschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius unter dem Vorwand einer Bombendrohung und mit einem Kampfjet zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen. Dort wurden Sapega und ihr im Exil lebender Freund Protasewitsch festgenommen.

Nach ihrer Festnahme wurden Videos veröffentlicht, in denen Protasewitsch und Sapega ein "Geständnis" ablegten. Nach Einschätzung ihrer Unterstützer wurden diese Äußerungen von den Behörden erzwungen. Sapega kooperierte nach ihrer Festnahme mit den Behörden und bat den belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko um ihre Freilassung.

Protasewitsch war früher Chefredakteur des oppositionellen Telegram-Nachrichtenkanals Nexta. Über Nexta waren nach der von massiven Betrugsvorwürfen begleiteten Präsidentschaftswahl in Belarus im August 2020 hunderttausende Demonstranten mobilisiert worden. Protasewitsch war bereits 2019 aus seiner Heimat geflohen.

Dem 26-Jährigen wird vorgeworfen, Massenproteste ausgelöst zu haben, worauf in Belarus bis zu 15 Jahre Haft stehen. Der Geheimdienst warf ihm zudem vor, an "terroristischen Aktivitäten beteiligt" gewesen zu sein. Auf Terrordelikte steht die Todesstrafe, die in Belarus auch weiter vollstreckt wird. Protasewitsch wartet derzeit im Hausarrest auf seinen Prozess.

P.Smid--EWJ

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