English Woman's Journal - Acht Minderjährige wegen antisemitischer Parolen in Pariser Metro in Gewahrsam

Acht Minderjährige wegen antisemitischer Parolen in Pariser Metro in Gewahrsam


Acht Minderjährige wegen antisemitischer Parolen in Pariser Metro in Gewahrsam
Acht Minderjährige wegen antisemitischer Parolen in Pariser Metro in Gewahrsam / Foto: Thomas SAMSON - POOL/AFP/Archiv

Einen Tag nach einer Großkundgebung gegen Antisemitismus in Frankreich sind acht Minderjährige wegen antisemitischer Parolen in der Pariser Metro in Polizeigewahrsam gekommen. Es werde wegen Rechtfertigung von Terrorismus und öffentlicher Schmähung wegen Religionszugehörigkeit gegen sie ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Die Betroffenen seien zwischen elf und 16 Jahre alt, berichtete die Zeitung "Le Parisien".

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Sie stehen im Verdacht, am 31. Oktober in der Pariser Metro antisemitische Parolen gegrölt zu haben. Ein Video von der Szene hatte sich in Onlinediensten verbreitet. Darin ist zu hören, wie mehrere Menschen unter anderem rufen "Wir sind Nazis und stolz darauf". Die Pariser Präfektur, der Verkehrsbetrieb RATP und die französische Antirassismus-Liga zeigten den Vorfall an.

Die französische Justiz hat seit Beginn des Gazakrieges in 330 Fällen Ermittlungen wegen antisemitischer Taten und Rechtfertigung von Terrorismus aufgenommen. Bislang seien etwa 20 Urteile gesprochen worden, hieß es am Montag aus Justizkreisen. Nach Angaben von Innenminister Gérald Darmanin verzeichneten französische Behörden seit dem 7. Oktober knapp 1250 antisemitische Handlungen. Mehr als 500 Menschen wurden in Gewahrsam genommen.

Präsident Emmanuel Macron rief bei einem Treffen mit Vertretern der Glaubensgemeinschaften am Montag dazu auf, insbesondere junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren. "Der Präsident will, dass die Botschaft bei ihnen ankommt, und wir helfen natürlich dabei", sagte der Vorsitzende des jüdischen Konsistoriums, Elie Korchia.

Am Sonntag hatten sich landesweit nach Angaben des Innenministeriums mehr als 180.000 Menschen an Kundgebungen gegen Antisemitismus beteiligt. Allein in Paris gingen mehr als 100.000 Menschen auf die Straße. Zu der Demonstration unter dem Motto "Für die Republik, gegen den Antisemitismus" hatten die Vorsitzenden der Nationalversammlung und des Senats aufgerufen.

Die Teilnahme der Rechtspopulistin Marine Le Pen hatte Debatten ausgelöst. Die Linkspopulisten boykottierten den Marsch mit der Begründung, dass sie nicht gemeinsam mit Le Pens Rassemblement National (RN) demonstrieren wollten.

Neben Premierministerin Elisabeth Borne beteiligten sich auch die ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy und François Hollande und der Präsident der jüdischen Dachorganisation Crif, Yonathan Arfi, an der Demonstration. Präsident Emmanuel Macron verzichtete auf eine Teilnahme, prangerte aber in einem "Brief an die Franzosen" ein "unerträgliches Wiederaufleben des ungehemmten Antisemitismus" an. "Ein Frankreich, in dem unsere jüdischen Mitbürger Angst haben, ist nicht Frankreich", schrieb Macron.

E.Cunningham--EWJ

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