English Woman's Journal - Länderjustizminister betonen konsequente Verfolgung antisemitischer Straftaten

Länderjustizminister betonen konsequente Verfolgung antisemitischer Straftaten


Länderjustizminister betonen konsequente Verfolgung antisemitischer Straftaten
Länderjustizminister betonen konsequente Verfolgung antisemitischer Straftaten / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Die Justizminister der Bundesländer haben die konsequente Verfolgung antisemitischer Straftaten in Deutschland betont. Das Strafrecht müsse der Gefährdung des öffentlichen Friedens, die sich aus der Leugnung des Existenzrechts des Staates Israels ergeben könne, ausreichend Rechnung tragen, heißt es in einer am Freitag auf der Herbstkonferenz der Ressortchefs in Berlin einstimmig verabschiedeten Resolution.

Textgröße ändern:

Sollten sich in Ermittlungs- und Strafverfahren Schutzlücken zeigen, müssten gemeinsam mit dem Bundesjustizministerium "schnellstmöglich" Vorschläge zu deren Behebung erarbeitet werden. "Der freiheitliche Rechtsstaat nimmt es nicht hin, wenn auf der Straße oder im digitalen Raum der Terror der Hamas gefeiert wird", heißt es in der Resolution der Justizminister. "Jede und jeder muss wissen: Die Justiz wird auf solche Taten angemessen reagieren."

Am Rande der Konferenz waren Israels Botschafter Ron Prosor und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, zu Gast. "Unsere Konferenz war ein starkes Signal für einen starken und wehrhaften Rechtsstaat", erklärte Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (parteilos) als Vorsitzende der Justizministerkonferenz.

Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbunds, Sven Rebehn, betonte, die Justiz verfolge im Kampf gegen Antisemitismus seit vielen Jahren "eine Null-Toleranz-Linie". Solche Verfahren würden "generell mit höchster Priorität geführt".

Ein weiterer Beschluss der Justizministerkonferenz fordert ein stärkeres Eintreten für einen wehrhaften Rechtsstaat. Verfahren und Institutionen des freiheitlich demokratischen Rechtsstaats seien durch die parlamentarische Repräsentanz rechtsextremer und autokratischer Kräfte zunehmendem Druck ausgesetzt. Daher seien vorbeugende Maßnahmen im Bundes- und Landesrecht zu prüfen, um eine mögliche Schwächung des Rechtsstaats zu verhindern.

Die Ministerrunde beriet auch über eine Reihe weiterer Themen und sprach sich unter anderem für eine effektivere Strafverfolgung von illegalen Autorennen aus. Ermittler sollen rechtssicheren Zugriff auf Geschwindigkeitsdaten beteiligter Fahrzeuge bekommen, wie das saarländische Justizministerium mitteilte. Diese elektronischen Daten, die von Autos moderner Bauart aufgezeichnet und gespeichert werden, könnten essentiell sein beim Nachweis verbotener Kraftfahrzeugrennen.

Das Bundesjustizministerium soll zudem Regelungslücken bei der missbräuchlichen Nutzung von Bluetoothtrackern und Peilsender prüfen, mit der Menschen heimlich geortet und überwacht werden können. "Wir stehen am Beginn eines neuen Zeitalters", erklärte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU). Das Strafrecht müsse daher "auf der Höhe der technologischen Entwicklungen sein".

K.R.Jones--EWJ

Empfohlen

FBI macht Nordkorea für Milliarden-Hack bei Krypto-Börse Binance verantwortlich

Die US-Bundespolizei FBI macht Nordkorea für den milliardenschweren Hackerangriff auf die Kryptowährungsbörse Binance verantwortlich. Dies teilte das FBI am Samstagabend (Ortszeit) mit. Bereits am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, die USA prüften, ob Nordkorea hinter der Attacke stecke.

Brief an Epstein: Trump-Klage gegen "Wall Street Journal" endgültig abgewiesen

Im Skandal um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat ein US-Richter eine Verleumdungsklage von Präsident Donald Trump gegen das "Wall Street Journal" endgültig abgewiesen. US-Bundesrichter Darrin Gayles aus Florida urteilte am Samstag im Streit um einen mutmaßlichen anzüglichen Trump-Brief an Epstein, der Präsident habe nicht nachgewiesen, dass die Zeitung "böswillig" Falschbehauptungen über ihn veröffentlicht habe.

Streit um Polens Verfassungsgericht: Tusk beklagt Angriff auf "Demokratie und Rechtsstaat"

Im Machtkampf um Polens Verfassungsgericht hat Regierungschef Donald Tusk der nationalkonservativen Opposition einen Angriff auf Demokratie und Rechtsstaat vorgeworfen. "Lasst uns die Dinge beim Namen nennen", sagte Tusk am Samstagabend in einem Onlinevideo. "Seit Jahren gibt es in Polen Organisationen und Politiker, die die Demokratie und den Rechtsstaat zerstören wollen."

Zusammenstöße mit der Polizei nach "GenZ"-Protesten in mehreren Städten

Nach den bundesweiten Jugendprotesten der Gruppierung "GenZ regelt" hat es in mehreren Städten Zusammenstöße mit der Polizei gegeben. In Frankfurt am Main wurden Beamte laut Polizeiangaben am Samstag mit Böllern und Steinen beworfen, die Behörden setzten deswegen Wasserwerfer ein. Mindestens ein Polizist wurde demnach verletzt und musste ärztlich behandelt werden. Am Abend war in Frankfurt nach Polizeiangaben auch ein Polizei-Hubschrauber im Einsatz.

Textgröße ändern: