English Woman's Journal - Transparency Deutschland: Neue Regeln für Lobbyregister kein "großer Wurf"

Transparency Deutschland: Neue Regeln für Lobbyregister kein "großer Wurf"


Transparency Deutschland: Neue Regeln für Lobbyregister kein "großer Wurf"
Transparency Deutschland: Neue Regeln für Lobbyregister kein "großer Wurf" / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Die Anti-Korruptionsorganisation Transparency Deutschland sieht in den geplanten schärferen Regeln für das Lobbyregister "viele kleine Schritte nach vorn", aber keinen "großen Wurf". Die "wirklich heißen Eisen" würden nicht angepackt, erklärte der Co-Leiter der Arbeitsgruppe Politik der Organisation, Norman Loeckel, in Berlin mit Blick auf den Gesetzentwurf der Ampel-Koalition, über den in der Nacht zum Freitag im Bundestag abgestimmt wird.

Textgröße ändern:

Konkret bedauerte Loeckel, dass Ausnahmeregeln für Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften und Kirchen nicht abgeschafft würden. Auch eine unabhängige Kontrollinstanz in Form eines Lobbybeauftragten werde es weiterhin nicht geben. Ausgeklammert würden auch Transparenzvorgaben zum sogenannten exekutiven Fußabdruck, obwohl diese im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien vereinbart worden seien.

"Entscheidend ist jetzt, dass die Ampel diesen wie versprochen zeitnah ergänzend auf den Weg bringt – hier ist das Innenministerium in der Pflicht", betonte Loeckel. Beim exekutiven Fußabdruck geht es um die Offenlegung, welche Lobbyisten oder Verbände beim Erarbeiten von Vorlagen durch die Ministerien in welcher Form mitgewirkt haben. Bislang gibt es Vorschriften hierzu nur für die Parlamentsarbeit.

Loeckel lobte aber, dass künftig Transparenzvorgaben für Lobbyismus gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Abgeordneten sowie von Referatsleiterinnen und Referatsleitern in Ministerin berücksichtigt und die Schwelle zur Registrierungspflicht abgesenkt werde. Zudem müssten Beteiligte künftig konkret benennen, zu welchen Gesetzen und Verordnungen sie gearbeitet haben. Dies sei "ein großer inhaltlicher Mehrwert".

Das Lobbyregister war Anfang 2022 eingerichtet worden. Seither müssen sich Lobbyistinnen und Lobbyisten beim Bundestag oder der Bundesregierung in das Register eintragen. Dieses ist öffentlich einsehbar. Mit der Neuregelung werden die Transparenzregeln verschärft. Auch der mit der Lobbyarbeit verbundene finanzielle Aufwand muss künftig offengelegt werden, ebenso die Herkunft der Mittel.

M.Campbel--EWJ

Empfohlen

Hunderttausende demonstrieren in Frankreich - erneut gewaltsame Zusammenstöße

In Frankreich sind am dritten Samstag in Folge hunderttausende Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem auf die Straße gegangen. Nach Angaben des Innenministeriums demonstrierten landesweit 320.000 Menschen, die Veranstalter sprachen von einer halben Million Teilnehmern. In Paris und weiteren Städten kam es erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, mehr als 290 Menschen wurden festgenommen.

Zusammenstöße mit der Polizei am Rande von "GenZ"-Protesten in mehreren Städten

Am Rande der bundesweiten Jugendproteste der Gruppierung "GenZ regelt" hat es in mehreren Städten Zusammenstöße mit der Polizei gegeben. In Frankfurt am Main wurden Beamte laut Polizeiangaben am Samstag mit Steinen beworfen, die Behörden setzten deswegen Wasserwerfer ein. Mindestens ein Polizist wurde demnach verletzt und musste ärztlich behandelt werden.

USA warnen Russland vor drohendem Anschlag in Moskau

Russland ist nach eigenen Angaben von den USA über einen womöglich geplanten Anschlag in der Hauptstadt Moskau gewarnt worden. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB erklärte am Samstag laut russischen Nachrichtenagenturen, nach der Warnung über die "Vorbereitung eines Terrorangriffs" seien "angemessene" Maßnahmen ergriffen worden.

Zugunglück in Spanien: Verzweiflung bei Trauergottesdienst in Urda

Drei Tage nach der verheerenden Zugkollision mit 69 Toten in Spanien sind nahe der Unglücksstelle in der Provinz Toledo zahlreiche Menschen zu einem Gedenkgottesdienst zusammengekommen. In der Gemeinde Urda versammelten sich am Samstag in und um die Kirche San Juan Bautista Angehörige der Opfer, Anwohner und hochrangige Lokalpolitiker. Viele von ihnen waren in Tränen aufgelöst.

Textgröße ändern: