English Woman's Journal - Tödlicher Messerangriff auf Lehrer in Frankreich

Tödlicher Messerangriff auf Lehrer in Frankreich


Tödlicher Messerangriff auf Lehrer in Frankreich
Tödlicher Messerangriff auf Lehrer in Frankreich / Foto: Denis Charlet - AFP

An einer Schule in Arras in Nordfrankreich hat ein Messerangreifer am Freitag einen 57 Jahre alten Lehrer erstochen und drei weitere Menschen verletzt. Präsident Emmanuel Macron bezeichnete den Messerangriff als einen Akt des "islamistischen Terrorismus". Der Angreifer wurde festgenommen. Es handelt sich um einen aus dem Kaukasus stammenden, etwa 20 Jahre alten ehemaligen Schüler der Schule, der wegen seiner Radikalisierung vom französischen Geheimdienst überwacht worden war.

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Wenige Stunden nach dem Angriff besuchte Macron die Schule in Arras. "Fast auf den Tag genau drei Jahre nach dem Mord an (dem Lehrer) Samuel Paty hat die Barbarei des islamistischen Terrorismus erneut in einer Schule zugeschlagen", sagte der Präsident. "Der Lehrer, der getötet wurde, hatte versucht, sich dem Angreifer entgegen zu stellen, und hat so sicher viele andere Leben gerettet", sagte Macron.

Premierministerin Elisabeth Borne ließ die höchste von drei Alarmstufen ausrufen. Innenminister Gérald Darmanin zeigte sich überzeugt, dass die Tat mit der Lage im Nahen Osten zusammenhänge. "Leider gibt es nach unseren Informationen eine Verbindung zwischen dem, was im Nahen Osten passiert, und seinem Entschluss zur Tat", sagte Darmanin dem Sender TF1. Details dazu nannte er nicht.

Der 57 Jahre alte Französischlehrer Dominique Bernard war nach Aussagen ehemaliger Kollegen und Schüler in der Schule beliebt. Er hinterlässt demnach eine Frau und drei erwachsene Töchter.

Der Angreifer habe Bernard vor dem Eingang der Schule erstochen, sagte Antiterrorstaatsanwalt Jean-François Ricard am Abend. Dort habe er auch auf einen zweiten Lehrer eingestochen, der eingreifen wollte. Anschließend sei er auf den Schulhof gegangen, wo er den Pausenaufseher und eine Reinigungskraft verletzt habe.

Mehrere Zeugen hätten gehört, dass der Angreifer "Allah ist groß" gerufen habe, sagte der Staatsanwalt. Die Polizei, die vier Minuten nach einem Notruf eintraf, setzte ihn mit einer Elektroschockpistole außer Gefecht.

Der mutmaßliche Täter namens Mohammed M. war nach Angaben aus Polizeikreisen im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie aus der autonomen russischen Republik Inguschetien nach Frankreich gekommen. Als die Familie 2014 abgeschoben werden sollte, setzten sich mehrere Hilfsorganisationen und die kommunistische Partei für sie ein. Die Abschiebung wurde in letzter Minute verhindert.

Der Vater wurde später dennoch abgeschoben. Die Mutter ließ sich in Arras nieder und stellte einen neuen Asylantrag, der ebenfalls abgelehnt wurde. 2019 wurde ein Bruder Mohammeds wegen der Vorbereitung eines Anschlags festgenommen und später wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Er befindet sich derzeit in Haft.

Mohammed M. stellte 2021 einen weiteren Asylantrag, als er volljährig geworden war. Dieser wurde abgelehnt. Da er bei seiner Ankunft jünger als 13 Jahre alt war, darf er nach geltendem Recht nicht abgeschoben werden.

Mohammed M. war nach Informationen aus Ermittlerkreisen in der nationalen Gefährderkartei registriert und stand seit dem Sommer unter Beobachtung des Inlandsgeheimdienstes. Er sei noch am Vortag der Tat kontrolliert worden, aber es habe ihm nichts zur Last gelegt werden können, hieß es in Geheimdienstkreisen. Die telefonische Überwachung habe keine Hinweise auf eine bevorstehende Tat gegeben.

Sein 17 Jahre alter Bruder und weitere Familienmitglieder wurde nach Polizeiangaben am Freitag ebenfalls festgenommen. Die Anti-Terrorstaatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes und Mordversuchs im Zusammenhang mit Terrorismus.

Die Tat weckt in Frankreich Erinnerungen an die Ermordung des Lehrers Samuel Paty, der am 16. Oktober 2020 Opfer eines dschihadistisch motivierten Anschlags geworden war. Der Täter hatte tschetschenische Wurzeln.

Bildungsminister Gabriel Attal forderte nach der Tat, die Sicherheit von Schulen zu verstärken. Die französische Nationalversammlung unterbrach wegen des Messerangriffs ihre Sitzung und legte eine Schweigeminute ein.

O.Wood--EWJ

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