English Woman's Journal - Plan für islamistischen Anschlag mit Gift: Prozess gegen Mann aus Castrop-Rauxel

Plan für islamistischen Anschlag mit Gift: Prozess gegen Mann aus Castrop-Rauxel


Plan für islamistischen Anschlag mit Gift: Prozess gegen Mann aus Castrop-Rauxel
Plan für islamistischen Anschlag mit Gift: Prozess gegen Mann aus Castrop-Rauxel / Foto: JENS SCHLUETER - POOL/AFP/Archiv

Vor dem Dortmunder Landgericht hat am Mittwoch der Prozess gegen einen Terrorverdächtigen aus Castrop-Rauxel wegen der mutmaßlichen Planung eines islamistisch motivierten Anschlags mit tödlichen Giftstoffen begonnen. Der vor rund neun Monaten festgenommenen Iraner Jalal J. soll laut Anklage der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft einen Angriff mit Rizin oder Cyanid vorbereitet haben.

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Nach Angaben eines Gerichtssprechers äußerte sich der wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat und Terrorismusfinanzierung angeklagte Beschuldigte zum Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen. Nach der Verlesung der Anklageschrift wurden zudem Ermittlungsbeamte vernommen. Für das Verfahren sind zunächst Verhandlungstermine bis November angesetzt.

Nach Überzeugung der Generalstaatsanwaltschaft war der 26-Jährige Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und wollte bei dem Anschlag entsprechend der IS-Ideologie eine möglichst große Zahl von Menschen töten. Mehrmals soll er demnach Internetseiten mit Anleitungen zur Herstellung von Rizin und Cyanid aufgerufen und Informationen abgespeichert haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, mit anderen über die Herstellung gesprochen zu haben.

Laut Anklage bereitete J. ab Herbst des vergangenen Jahres die Herstellung von Cyanid vor und besorgte sich die dafür aus seiner Sicht erforderlichen Einzelbestandteile. Im Januar hatte er demnach nach seiner Auffassung alle notwendigen Ausgangsstoffe zusammen. Daraufhin wurde er an seinem Wohnort im nordrhein-westfälischen Castrop-Rauxel von Spezialkräften festgenommen, zusammen mit seinem Bruder. Dieser wurde inzwischen wieder freigelassen, die Ermittlungen gegen ihn wurden mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt.

Nach Erkenntnissen der Ermittler ließ sich Cyanid entgegen der Meinung des Angeklagten aus dem von diesem zusammengetragenen Ausgangsstoffen allerdings nicht herstellen. Cyanide sind hochgiftige Blausäuresalze, auch das bekannte Zyankali gehört dazu. Mit ihnen lässt sich unter anderem Wasser vergiften. Im Fall einer Verurteilung drohen dem Beschuldigten bis zu zehn Jahre Haft.

Ch.Anderson--EWJ

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