English Woman's Journal - Veröffentlichte Tonaufnahme belastet Trump in Dokumentenaffäre

Veröffentlichte Tonaufnahme belastet Trump in Dokumentenaffäre


Veröffentlichte Tonaufnahme belastet Trump in Dokumentenaffäre
Veröffentlichte Tonaufnahme belastet Trump in Dokumentenaffäre / Foto: CHIP SOMODEVILLA - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

In der Dokumentenaffäre um Donald Trump ist eine Tonaufnahme öffentlich geworden, die den früheren US-Präsidenten belastet. In der zunächst vom Nachrichtensender CNN veröffentlichten Aufzeichnung ist zu hören, wie Trump im Jahr 2021 über ein geheimes Militärdokument spricht und dieses anscheinend auch seinen Gesprächspartnern zeigt. "Das sind die Dokumente", sagt der Ex-Präsident Monate nach Ende seiner Amtszeit. Es sei "hoch vertraulich", fügt der Republikaner hinzu: "Das sind geheime Informationen."

Textgröße ändern:

"Sie wurden vom Militär erstellt und mir gegeben", sagt Trump über die Unterlagen, bei denen es offenbar um Pentagon-Pläne für einen möglichen militärischen Angriff gegen den Iran geht. "Als Präsident hätte ich sie freigeben können. Jetzt kann ich es nicht mehr, das wissen Sie, aber das bleibt ein Geheimnis."

"Jetzt haben wir ein Problem", sagt eine Trump-Mitarbeiterin daraufhin lachend. "Ist das nicht interessant?" reagiert Trump. "Das ist so cool." Der zweiminütige Gesprächsmitschnitt endet, als der Ex-Präsident Cola bestellt.

Das Gespräch war bereits bekannt: Es ist in Teilen in der Anfang Juni gegen Trump erhobenen Anklage von Sonderermittler Jack Smith aufgeführt. Trump hatte im Juli 2021 in seinem Golfclub in Bedminster im Bundesstaat New Jersey Mitarbeiter eines Buchprojekts seines früheren Stabschefs Mark Meadows empfangen. Das Gespräch ist deswegen so brisant, weil Trump offenbar den Besitz von Geheimdokumenten einräumt, was ihm in der Anklage vorgeworfen wird.

Nach der Anklageerhebung bestritt Trump in einem Interview mit dem rechten Nachrichtensender Fox News, dass er bei dem fraglichen Gespräch tatsächlich ein Geheimdokument gezeigt habe. "Ich hatte nicht per se ein Dokument", sagte er Mitte Juni. "Es gab nichts, was freigegeben werden musste. Das waren Zeitungsgeschichten, Magazingeschichten und Artikel."

Der jetzt zunächst von CNN und dann von anderen US-Medien veröffentlichte Gesprächsmitschnitt scheint dieser Darstellung zu widersprechen. Trump erklärte allerdings auf seiner Online-Plattform Truth Social, das veröffentlichte Gespräch würde ihn entlasten. Er attackierte zugleich Sonderermittler Smith, der die Aufnahme "illegal" an die Presse durchgestochen habe.

Der ehemalige Präsident und Bewerber für die Präsidentschaftswahl 2024 war am 8. Juni in der Dokumentenaffäre angeklagt worden. Fünf Tage später plädierte Trump bei einer ersten Gerichtsanhörung in Miami im Bundesstaat Florida in allen 37 Punkten auf nicht schuldig.

Dem 77-jährigen Republikaner wird das illegale Aufbewahren von Geheimakten zur nationalen Verteidigung in seinem Privatanwesen Mar-a-Lago nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt zur Last gelegt. Trump weist alle Vorwürfe zurück und bezeichnet die Ermittlungen gegen ihn als Versuch der Regierung von Präsident Joe Biden, ihn vor der Wahl 2024 politisch kaltzustellen. Bei einer Verurteilung würde Trump eine lange Gefängnisstrafe drohen.

Die zuständige Bundesrichterin Aileen Cannon hat den Prozessbeginn zwar auf den 14. August angesetzt. Dies dürfte sich aber noch um Monate nach hinten verschieben. Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, den Prozessbeginn auf den 11. Dezember festzulegen. Hintergrund ist die komplizierte Frage, wie mit Geheimdokumenten als Beweismittel umgegangen werden kann.

St.Ch.Russell--EWJ

Empfohlen

Bewährungsstrafen für Polizisten wegen Körperverletzung im Amt in Köln

Das Landgericht Köln hat zwei Polizisten wegen Körperverletzung im Amt zu Bewährungsstrafen von acht beziehungsweise zehn Monaten verurteilt. Einer von ihnen wurde zudem wegen der Verfolgung Unschuldiger schuldig gesprochen, wie eine Gerichtssprecherin am Donnerstag sagte. Demnach wurde das Urteil am Mittwoch verkündet.

Kindesmissbrauch soll in Frankreich künftig nicht mehr verjähren

Kindesmissbrauch soll in Frankreich künftig nicht mehr verjähren: Der Senat stimmte in der Nacht zu Donnerstag mit 252 zu 80 Stimmen für eine entsprechende Regelung im Gesetzentwurf zum Schutz vor Sexualstraftätern. Da die Nationalversammlung dieses Prinzip bereits gebilligt hatte, ist der Weg frei für eine definitive Abschaffung der bisher geltenden Verjährungsfrist von 30 Jahren. Diese wurden ab Erreichen der Volljährigkeit gezählt. Das bedeutete, dass ein Erwachsener mit spätestens 48 Jahren einen Missbrauch in seiner Kindheit anzeigen musste, damit ein Verfahren eingeleitet werden kann.

Fast vier Jahre Haft für falschen Arzt aus Baden-Württemberg

Weil er sich fälschlicherweise als Arzt ausgab, hat das Landgericht Konstanz in Baden-Württemberg einen 28-Jährigen zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Schuldig gesprochen wurde er unter anderem wegen Urkundenfälschung, gefährlicher Körperverletzung und Betrug in 466 Fällen, wie eine Gerichtssprecherin am Donnerstag sagte. Demnach wurde das Urteil am Montag verkündet.

Tödliches Zugunglück in Spanien: Suche nach möglichen weiteren Opfern dauert an

In Spanien ist nach dem schweren Zugunglück mit mindestens 68 Toten die Suche nach möglichen weiteren Opfern am Donnerstagvormittag fortgesetzt worden. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, durchkämmten Rettungskräfte die Zugtrümmer. Bei dem Bergungseinsatz kamen auch Polizeidrohnen und riesige Kräne zum Einsatz. Auch in der Nacht war die Suche nach möglichen Opfern fortgesetzt worden.

Textgröße ändern: