English Woman's Journal - Tausende Israelis protestieren gegen zusätzliche Gelder für ultraorthodoxe Juden

Tausende Israelis protestieren gegen zusätzliche Gelder für ultraorthodoxe Juden


Tausende Israelis protestieren gegen zusätzliche Gelder für ultraorthodoxe Juden
Tausende Israelis protestieren gegen zusätzliche Gelder für ultraorthodoxe Juden / Foto: Menahem KAHANA - AFP

In Israel haben tausende Menschen gegen die geplante Bereitstellung zusätzlicher Gelder für ultraorthodoxe Juden im Haushaltsentwurf der Regierung protestiert. Anlässlich der zweitägigen Haushaltsberatungen im Parlament zogen sie am Dienstagabend durch Jerusalem, und schwenkten dabei israelische Fahnen, trommelten und warfen der Regierungskoalition vor, die Staatskasse zu "plündern".

Textgröße ändern:

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu regiert seit Dezember in einer Koalition mit rechtsextremen und ultraorthodoxen Parteien. Am Montag hatte er angekündigt, der Haushaltsentwurf sehe eine Summe von umgerechnet 62 Millionen Euro vor, die verheirateten ultraorthodoxen Mänern zugute kommen solle, die religiöse Studien betreiben, statt arbeiten zu gehen. Die Vereinbarung wurde in letzter Minute mit der Partei Vereinigtes Tora-Judentum getroffen, einer der ultraorthodoxen Koalitionsparteien, um deren Zustimmung zum Haushalt sicherzustellen.

Auch in den Budgets mehrerer Ministerien sind traditionell bereits Posten für strenggläubige Gemeinden enthalten.

Oppositionsführer Jair Lapid sagte, das Budget sei wegen der Gelder für ultraorthodoxe Juden "schädlich", weil diese dadurch nicht ermutigt würden, sich aktiver an der Wirtschaft des Landes zu beteiligen. "Dies ist ein Haushalt, der Menschen ermutigt, keine höhere Bildung anzustreben, nicht zu arbeiten, nicht für ihre Kinder vorzusorgen"; sagte Lapid. Das Budget enthalte "keinen Wachstumsmotor, keine Entschädigung für die hohen Lebenskosten, nur endlosen Wucher", kritisierte er.

Die Demonstration wurde von derselben Aktivistengruppe organisiert, die seit Januar die Proteste gegen den von der Regierung geplanten Umbau des Justizsystems koordiniert.

Das Vorhaben der Regierung zielt darauf ab, die Befugnisse der Justiz und des Obersten Gerichts einzuschränken und die Stellung des Parlaments und des Ministerpräsidenten zu stärken. Mit der Reform könnte das Parlament mit einer einfachen Mehrheit Entscheidungen des Obersten Gerichts aufheben.

Netanjahu hatte zwar Ende März angesichts der massiven Proteste eine "Pause" im Gesetzgebungsverfahren für die Reform ausgerufen, "um dem Dialog eine Chance zu geben" - dies hatte die Gemüter vieler Kritiker jedoch nicht beruhigt.

N.Macleod--EWJ

Empfohlen

Gefängnismitarbeiter in NRW nach Verkauf von Handys an Häftlinge in Untersuchungshaft

Nach dem mutmaßlichen Verkauf von Mobiltelefonen an Häftlinge in Nordrhein-Westfalen sitzt ein Gefängnismitarbeiter in Untersuchungshaft. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden unter anderem zahlreiche Handys beschlagnahmt, wie die Polizei Essen am Mittwoch mitteilte. Der Mann soll Handys und andere Waren in die Haftanstalt geschmuggelt und an Häftlinge verkauft haben.

Brandenburg: Kind in Wildpark von Wolf attackiert und schwer verletzt

In einem Wildpark in Brandenburg ist ein Mädchen von einem Wolf attackiert worden. Das achtjährige Kind sei am Mittwochmorgen von mindestens einem Wolf angegriffen und schwer verletzt worden, teilte die Polizei in Brandenburg an der Havel mit. Zunächst hatten die Behörden lediglich von einem Wildtier gesprochen.

Verheerendes Zugunglück in Spanien: Mindestens 64 Todesopfer

Verheerendes Zugunglück in Spanien: Bei der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge sind mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt, als die Züge am Mittwochmorgen in der Provinz Toledo rund 150 Kilometer südlich von Madrid auf gerader Strecke zusammenstießen. Die Unglücksursache war zunächst unklar. Auf der gleichen Strecke waren erst im Januar 46 Menschen bei einer Zugkollision ums Leben gekommen.

Frauen betäubt und missbraucht: Zwölf Jahre Haft für Serienvergewaltiger in Berlin

Wegen zahlreicher Vergewaltigungen betäubter Frauen ist ein Mann in Berlin zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sprach den 69-Jährigen am Mittwoch der schweren Vergewaltigung in 22 Fällen schuldig. Zudem ordnete die Kammer die Sicherungsverwahrung an.

Textgröße ändern: