English Woman's Journal - Tatverdächtiger attackierte Einsatzkräfte in Ratingen mit brennbarer Flüssigkeit

Tatverdächtiger attackierte Einsatzkräfte in Ratingen mit brennbarer Flüssigkeit


Tatverdächtiger attackierte Einsatzkräfte in Ratingen mit brennbarer Flüssigkeit
Tatverdächtiger attackierte Einsatzkräfte in Ratingen mit brennbarer Flüssigkeit / Foto: Roberto Pfeil - AFP

Nach der Explosion in einem Hochhaus im nordrhein-westfälischen Ratingen gehen die Ermittler von einer vorsätzlichen Tat des 57 Jahre alten Verdächtigen aus. Der Mann habe den Einsatzkräften vor seiner Wohnung eine brennende Flüssigkeit entgegengeschleudert, wie Polizeiführer Dietmar Henning vom Polizeipräsidium Düsseldorf am Freitag sagte. Das Motiv des Angriffs ist den Ermittlern zufolge noch nicht abschließend geklärt.

Textgröße ändern:

Bei dem Einsatz am Donnerstag wurden den Angaben zufolge insgesamt 33 Menschen verletzt, darunter sind zwei lebensgefährlich verletzte Polizeibeamte sowie vier schwer- und drei lebensgefährlich verletzte Feuerwehrleute. Zudem wurden 22 SEK-Beamte leicht verletzt, bei den meisten davon bestand ein Verdacht auf Rauchgasvergiftung. Auch ein Hausmeister und der Tatverdächtige selbst wurden leicht verletzt.

Nach Angaben der Einsatzleiterin Heike Schultz handelte es sich bei der auf die Einsatzkräfte geworfenen Flüssigkeit um Benzin. Zudem bestehe der Verdacht, dass auch eine ätzende Flüssigkeit oder Gase zum Einsatz kamen.

Schultz zufolge handelte es sich um "einen gezielten Angriff", der "seit mindestens mehreren Tagen durchdacht" worden war. Darauf lasse die brennbare Flüssigkeit schließen, zudem sei die Wohnungstür mit Mineralwasserkästen verbarrikadiert gewesen.

Das Motiv war demnach noch Gegenstand der Ermittlungen. Den Angaben zufolge sollte gegen den 57-jährigen Tatverdächtigen in der vergangenen Woche ein Haftbefehl wegen nicht gezahlter Bußgelder vollstreckt werden. Es habe niemand die Wohnung geöffnet.

Der Haftbefehl sei aber nicht Anlass für den Einsatz am Donnerstag gewesen. Es gebe zudem Hinweise, dass der Mann ein Corona-Leugner sei, sagte der Landrat von Mettmann, Thomas Hendele (CDU). Ob darin ein Motiv zu suchen sei, werde ebenfalls ermittelt.

Die Rettungskräfte waren am Donnerstagvormittag von einer Wohnungsgenossenschaft zu der Wohnung im zehnten Stock in dem Hochhaus in Ratingen-West gerufen worden. Wegen eines überquellenden Briefkastens wurde vermutet, dass sich eine hilflose Person in der Wohnung befinden könnte.

Als die Einsatzkräfte an der Wohnung eintrafen, gab es demnach eine Explosion beziehungsweise eine Verpuffung. Ein "Feuerball" sei Richtung Flur gezogen und habe alle dort stehenden Einsatzkräfte erfasst, sagte René Schubert, Leiter der Feuerwehr Ratingen.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erklärte, der Angriff gegen die Einsatzkräfte mache sie "fassungslos und wütend".

Der Tatverdächtige wurde am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Bislang habe er sich nicht geäußert. Die Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaftbefehl wegen versuchten Mordes in neun tateinheitlichen Fällen. Staatsanwältin Laura Neumann sagte, derzeit gelte der Tatverdächtige als schuldfähig, es solle aber noch ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden.

Der Tatverdächtige lebte demnach eher zurückgezogen in der Wohnung. Bei der am Donnerstag dort aufgefundenen Leiche handelte es sich vermutlich um seine 1932 geborene Mutter. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau schon einige Wochen tot war. Es gebe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.

Bei der Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte im Keller eine Schreckschusswaffe, mehrere Messer und Dolche. In der Wohnung habe der Tatverdächtige, der den Ermittlungen zufolge der sogenannten Prepper-Szene angehörte, außerdem Vorräte gehortet. Er sei auch keiner geregelten Arbeit nachgegangen. Der 57-Jährige fiel in der Vergangenheit in drei Fällen wegen Körperverletzungen auf. Er wurde dafür zu Geldstrafen verurteilt.

Den Ermittlern zufolge wurde in einer anderen Wohnung des Hochhauses ein Toter gefunden. Es wurde ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, um zu untersuchen, ob ein Zusammenhang mit dem Einsatz besteht.

P.Munro--EWJ

Empfohlen

Behörden: Zahl der Toten bei Zugunglück in Spanien steigt auf mindestens 30

Nach der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge in Spanien ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 30 gestiegen. Das teilte die Regionalregierung von Kastilien-La Mancha am Mittwoch mit. Die beiden Hochgeschwindigkeitszüge waren am Morgen in der Provinz Toledo rund 150 Kilometer südlich von Madrid auf freier Strecke zusammengestoßen. Die Unglücksursache war zunächst unklar.

Bundespolizei fasst falsche Diplomaten an Münchner Flughafen

Die Bundespolizei hat am Münchner Flughafen zwei falsche Diplomaten gefasst. Die aus Namibia eingereisten 28-jährigen Iraker legten bei ihrer Ankunft angebliche griechische Diplomatenpässe vor und gaben an, als Diplomaten nach Griechenland weiterreisen zu wollen, teilte die Bundespolizei am Mittwoch mit. Den Beamten am Flughafen seien aber Unregelmäßigkeiten in den Papieren aufgefallen.

Angreifer vor israelischer Botschaft in Serbien erschossen - Israel spricht von "Terroranschlag"

Vor der israelischen Botschaft in Belgrad ist ein Minderjähriger erschossen worden, nachdem er mutmaßlich einen Polizisten angegriffen hatte. Der serbische Innenminister Ivica Dacic sprach nach dem Vorfall, der sich in der Nacht zum Mittwoch ereignete, von einem "terroristischen Angriff". "Ein Minderjähriger, dessen Identität noch nicht festgestellt wurde, der aber aus Sabac stammen soll, hat ein Mitglied der Polizei mit zwei Messern angegriffen und dabei 'Allahu Akbar' gerufen", erklärte Dacic. Israel bestätigte einen "versuchten Terroranschlag".

Unbekannte wollen in Dresdner Zwinger einbrechen - Verdächtige flüchten

Zwei Unbekannte haben den Ermittlungsbehörden zufolge versucht, in den berühmten Dresdner Zwinger einzubrechen. Zwei wahrscheinlich mit Einbruchswerkzeugen ausgerüstete Männer betraten am frühen Dienstagmorgen den geöffneten Innenhof des Zwingers über ein Tor, wie die Staatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen am Mittwoch mitteilten. Die Ermittler vermuten, dass sie im Bereich der Porzellansammlung einbrechen wollten.

Textgröße ändern: