English Woman's Journal - Millionen-Spenden für durch Schüsse verletzten schwarzen Teenager in Kansas City

Millionen-Spenden für durch Schüsse verletzten schwarzen Teenager in Kansas City


Millionen-Spenden für durch Schüsse verletzten schwarzen Teenager in Kansas City
Millionen-Spenden für durch Schüsse verletzten schwarzen Teenager in Kansas City / Foto: Stefani Reynolds - AFP/Archiv

Für den durch Schüsse schwer verletzten schwarzen US-Jugendlichen, der sich beim Abholen seiner Geschwister offenbar an der Tür geirrt hatte, sind Millionen an Spenden eingegangen. Ein Spendenaufruf zugunsten des 16-jährigen Ralph Yarl auf der Website GoFundMe.com brachte bis Dienstagmittag (Ortszeit) mehr als 2,8 Millionen Dollar (mehr als 2,5 Millionen Euro) ein. Das Geld soll für die medizinische Behandlung und Therapie des Teenagers und möglicherweise für ein künftiges Studium verwendet werden.

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Der Fall in Kansas City im US-Bundesstaat Missouri hat landesweit für Aufsehen gesorgt. Yarl hatte am vergangenen Donnerstagabend seine Geschwister in einem Haus abholen wollen, sich aber in der Adresse geirrt und deswegen an der falschen Haustür geklingelt.

Der Hausbesitzer - ein weißer Mann Mitte 80 - schoss daraufhin zwei Mal auf den Jugendlichen und traf ihn am Kopf und an einem Arm. Yarl wurde lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert, wird inzwischen aber bei sich zu Hause behandelt.

US-Präsident Joe Biden telefonierte am Montag mit dem Jugendlichen, wie das Weiße Haus mitteilte. Er wünschte dem Teenager dabei gute Besserung.

Die zuständige Staatsanwaltschaft erhob ebenfalls am Montag Anklage gegen den Hausbesitzer. Ihm wird ein schwerer verbrecherischer Angriff sowie eine bewaffnete kriminelle Tat zur Last gelegt. Auf den ersten Anklagepunkt, der sowohl versuchte Tötung als auch schwere Körperverletzung umfassen kann, steht in Missouri bis zu lebenslange Haft. Allerdings gibt es in Missouri wie auch in vielen anderen US-Bundesstaaten ein sehr weit gefasstes Recht zur Selbstverteidigung von Hausbesitzern, die sich bedroht fühlen.

Staatsanwalt Zachary Thompson gab das Alter des Angeklagten zunächst mit 85 Jahren an. US-Medien berichteten später aber unter Berufung auf offizielle Dokumente, der Hausbesitzer sei 84 Jahre alt.

Der Staatsanwalt sagte bei einer Pressekonferenz, Hautfarbe habe bei dem Vorfall eine Rolle gespielt, ohne dies näher ausführen zu wollen. Der Bürgermeister von Kansas City, Quinton Lucas, sagte dem Nachrichtensender CNN am Dienstag, zu behaupten, dass Hautfarbe keine Rolle gespielt habe, würde bedeuten, "den Kopf in den Sand zu stecken". "Auf diesen Jungen wurde geschossen, weil er schwarz ist."

In den Tagen nach den Schüssen auf Yarl hatte es Proteste gegeben. Auch Prominente wie Hollywood-Schauspielerin Halle Berry schalteten sich ein und forderten ein entschiedenes Vorgehen der Justiz gegen den Hausbesitzer.

R.Sutherland--EWJ

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