English Woman's Journal - Mehr als vier Jahrzehnte nach Anschlag auf Pariser Synagoge beginnt Prozess

Mehr als vier Jahrzehnte nach Anschlag auf Pariser Synagoge beginnt Prozess


Mehr als vier Jahrzehnte nach Anschlag auf Pariser Synagoge beginnt Prozess
Mehr als vier Jahrzehnte nach Anschlag auf Pariser Synagoge beginnt Prozess / Foto: Georges GOBET - AFP/Archiv

Mehr als vier Jahrzehnte nach einem Anschlag auf eine Pariser Synagoge mit vier Toten hat in Paris am Montag ein Prozess gegen den mutmaßlichen Täter in dessen Abwesenheit begonnen. Der 69 Jahre alte Kanadier mit libanesischen Wurzeln steht im Verdacht, ein Motorrad mit einem Sprengsatz in der Nähe der Synagoge abgestellt zu haben.

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Bei dem Anschlag in der Rue Copernic im Oktober 1980 waren vier Menschen getötet und 46 weitere verletzt worden. Es handelte sich um den ersten antisemitischen Anschlag seit dem Zweiten Weltkrieg in Frankreich. Es ist zudem das am längsten laufende Anti-Terror-Verfahren.

Der mutmaßliche Täter war 2008 in Kanada festgenommen und sechs Jahre später nach Frankreich ausgeliefert worden. Er steht im Verdacht, den Anschlag im Auftrag einer radikalen Palästinensergruppe ausgeführt zu haben. Der ehemalige Soziologieprofessor weist die Vorwürfe zurück und verweist auf eine mögliche Verwechslung mit einem Mann desselben Namens.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen ein in Rom gefundener Pass auf seinen Namen sowie ein Eintrag in ein Hotelregister. Ein erstes Verfahren wurde 2018 mangels Beweisen eingestellt, der Mann reiste unbehelligt nach Kanada aus. Drei Jahre später nahm die Justiz das Verfahren gegen ihn erneut auf, verzichtete aber auf einen internationalen Haftbefehl.

Ein Anwalt der Zivilparteien hingegen warf dem Angeklagten "Feigheit" vor, weil er nicht zum Prozess erschienen war. Diese Entscheidung sei jedoch "menschlich verständlich", betonte dessen Anwalt William Bourdon. Er kritisierte, dass die Zivilparteien "unbedingt einen Schuldigen haben wollten".

Dem 69-Jährigen droht im Fall einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe. Das Urteil wird am 21. April erwartet.

K.R.Jones--EWJ

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