English Woman's Journal - Verkehrsgerichtstag gegen höhere Promillegrenze bei Fahrten mit E-Scootern

Verkehrsgerichtstag gegen höhere Promillegrenze bei Fahrten mit E-Scootern


Verkehrsgerichtstag gegen höhere Promillegrenze bei Fahrten mit E-Scootern
Verkehrsgerichtstag gegen höhere Promillegrenze bei Fahrten mit E-Scootern / Foto: - - AFP/Archiv

Der Deutsche Verkehrsgerichtstag hat sich klar gegen höhere Alkoholgrenzwerte bei Fahrten mit E-Scootern ausgesprochen. Die Expertinnen und Experten des mit diesem Thema befassten Arbeitskreises rieten in ihrer am Freitag in Goslar veröffentlichten Empfehlung, die aktuellen Regelungen beizubehalten. "Dafür spricht insbesondere das festgestellte Fahrverhalten und Unfallgeschehen beim Führen von E-Scootern unter Alkoholeinfluss", hieß es in ihrer Abschlussmitteilung. Zustimmung kam von Vertretern der Polizei.

Textgröße ändern:

Bei der Nutzung von Elektrorollern, wie sie in vielen Städten ausgeliehen werden können, gelten dieselben Promillegrenzen wie für Autofahrer. Das bedeutet, ab einem Alkoholwert von 0,5 Prozent begehen Fahrerinnen und Fahrer eine Ordnungswidrigkeit, ab einem Alkoholwert von 1,1 Promille eine Straftat. Gelegentlich wird indes gefordert, den Straftatengrenzwert für E-Scooter auf den höheren Wert für Radfahrer anzuheben. Diese gelten erst ab 1,6 Promille als "absolut fahruntüchtig" und begehen eine Straftat.

Allerdings hält der Verkehrsgerichtstag zugleich einen automatischen Entzug des Führerscheins bei Trunkenheitsfahrten auf Elektrorollern im Bereich einer Straftat für übertrieben. Anders als bei Autofahrern sei in solchen Fällen auch die Verhängung eines einmonatigen Fahrverbots seiner Auffassung nach grundsätzlich "ausreichend", erklärte der Arbeitskreis. Dem Gesetzgeber werde eine entsprechende Änderung der Rechtslage empfohlen.

Bei Promilleverstößen im Straftatenbereich wird Autofahrern nach geltender Rechtslage für mindestens neun Monate der Führerschein entzogen. Dagegen wird im Fall von Alkoholfahrten im Bereich einer Ordnungswidrigkeit ohne weitere Auffälligkeiten lediglich ein einmonatiges Fahrverbot verhängt.

Der Verkehrsgerichtstag ist eine jährliche Fachkonferenz, bei der sich Expertinnen und Experten in verschiedenen Arbeitskreisen zu rechtlichen Problemen aus dem Verkehrsbereich austauschen. In diesem Jahr befassten sie sich unter anderem auch mit Haftungsfragen beim autonomen Fahren.

An der mehrtägigen Veranstaltung in Goslar beteiligen sich unter anderem Vertreter von Politik, Justiz, Behörden, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Empfehlungen beeinflussen später oftmals Debatten über Gesetzesänderungen.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft begrüßte die Positionierung des Verkehrsgerichtstags in der Frage der Promillegrenze für E-Scooter. "Wir als Deutsche Polizeigewerkschaft befürworten dieses Signal ausdrücklich- viele schreckliche Verkehrsunfälle von E-Scooter-Fahrern ereignen sich unter Alkoholeinfluss", erklärte Bundeschef Rainer Wendt am Freitag in Berlin. Forderungen nach einer 1,6-Promille-Grenze seien "lebensfremd".

Zugleich sprach sich Wendt für die Einführung einer Helmpflicht und die Pflicht zum Nachweis grundlegender Verkehrskenntnissen bei der Benutzung solcher Elektrokleinroller aus. Beides dürfe "kein Tabu sein", fügte er unter Verweis auf stark steigenden Unfallzahlen an. Diese Vorschriften gälten etwa auch beim Mofafahren. Bislang dürfen alle Menschen ab 14 Jahren E-Scooter erlaubnisfrei nutzen. Auch eine Helmpflicht gibt es nicht.

T.Wright--EWJ

Empfohlen

Rassistischer Angriff in Pariser Vorstadt: Psychisch kranker Täter stand unter Drogen

Der Angreifer, der in zwei Pariser Vorstädten aus mutmaßlich rassistischen Motiven einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt hat, leidet offenbar an Schizophrenie und stand während der Tat unter Drogeneinfluss. Nachdem der Polizeigewahrsam des 39-jährigen Kevin T. am Samstag aufgehoben worden war, wurde er am Sonntag in die Psychiatrie eingewiesen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. In einem Trauermarsch gedachten hunderte Angehörige und Unterstützer des 26-jährigen afrikanischstämmigen Todesopfers.

Migrationskommissar Brunner will Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner will die europäische Grenzschutzagentur Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen. "Wir werden am Dienstag einen Gesetzesvorschlag präsentieren, um Frontex breiter und stärker aufzustellen", erklärte Brunner am Sonntag. "Wer kein Recht hat, in der EU zu bleiben, muss sie auch tatsächlich verlassen", fügte er hinzu. Die "europäische Migrationswende" werde "konsequent" fortgesetzt.

Erste Herbststürme sorgen für Schäden: Tausende Haushalte in Freiburg ohne Strom

Die ersten Herbststürme sind am Wochenende über Deutschland gezogen und haben für Schäden gesorgt. In Freiburg und Umgebung fiel am Sonntag aufgrund von Unwetterschäden in rund zehntausend Haushalten stundenlang der Strom aus, wie der Versorger Badenova mitteilte. Insbesondere im Westen des Landes meldeten die Feuerwehren Einsätze unter anderem wegen umgestürzter Bäume. Laut Wetterdienst drohten bis Sonntagabend lokale Sturmböen, an der Nordsee und in Höhenlagen Orkan.

60-Jähriger bei antisemitischem Angriff in Berlin verletzt

Ein Unbekannter soll einen Mann in Berlin-Schöneberg nach der Frage nach dessen jüdischer Identität beleidigt und niedergeschlagen haben. Der Staatsschutz ermittelt.

Textgröße ändern: