English Woman's Journal - Anklage gegen Busfahrer nach ungewöhnlichem Busunglück mit einer Toten

Anklage gegen Busfahrer nach ungewöhnlichem Busunglück mit einer Toten


Anklage gegen Busfahrer nach ungewöhnlichem Busunglück mit einer Toten
Anklage gegen Busfahrer nach ungewöhnlichem Busunglück mit einer Toten / Foto: DANIEL ROLAND - AFP/Archiv

Mehr als ein halbes Jahr nach einem ungewöhnlichen Busunglück in Heidelberg mit einer Toten und 14 Verletzten hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Busfahrer erhoben. Die Behörde wirft ihm fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor, wie sie am Donnerstag mitteilte. Über die Zulassung entscheidet das Amtsgericht Heidelberg.

Textgröße ändern:

Laut Anklage soll der Mann am 6. Juli nach einem planmäßigen Halt an einer abschüssigen Straße in Heidelberg aus dem Bus gestiegen sein, um einen Defekt an der hintersten Fahrgasttür zu beheben. Die elektrische Tür habe sich nicht mehr schließen lassen. Der Mann soll sich dazu entschlossen haben, die Batteriefachklappe an der Außenseite des Busses zu öffnen und die Stromzufuhr zu unterbrechen, um die Elektronik anschließend neu starten zu können.

Dabei setzte sich das Fahrzeug in Bewegung und prallte führerlos gegen eine Hauswand. Der Mann soll es unterlassen haben, die Handbremse zu ziehen, bevor er die Fahrerkabine verließ. Dadurch habe er den Tod einer Passagierin und die Verletzung von 14 weiteren Menschen verursacht. Dass sich der Bus in Bewegung setzt, sei für den 42-Jährigen angesichts des Gefälles von rund sieben Prozent vorhersehbar gewesen.

Nachdem das Fahrzeug bereits gegen zwei geparkte Autos und mehrere Laternen geprallt war, sei es nach rund 150 Metern mit etwa 40 Kilometern in der Stunde in ein Haus geprallt. Die Außenwand wurde dabei durchbrochen. Durch die Wucht der Zusammenstöße seien die 18 Passagiere im Bus gegen Sitze oder Haltestangen gedrückt oder geschleudert worden. 14 davon erlitten Prellungen oder Schleudertraumata.

Eine 59-Jährige wurde durch die offene Bustür auf die Straße geschleudert und starb später an ihren Verletzungen. Den Sachschaden bezifferte die Staatsanwaltschaft auf 200.000 Euro. Sollte das Gericht den Mann verurteilen, droht ihm eine Haftstrafe bis zu fünf Jahre oder eine Geldstrafe.

L.Ross--EWJ

Empfohlen

Rassistischer Angriff in Pariser Vorstadt: Psychisch kranker Täter stand unter Drogen

Der Angreifer, der in zwei Pariser Vorstädten aus mutmaßlich rassistischen Motiven einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt hat, leidet offenbar an Schizophrenie und stand während der Tat unter Drogeneinfluss. Nachdem der Polizeigewahrsam des 39-jährigen Kevin T. am Samstag aufgehoben worden war, wurde er am Sonntag in die Psychiatrie eingewiesen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. In einem Trauermarsch gedachten hunderte Angehörige und Unterstützer des 26-jährigen afrikanischstämmigen Todesopfers.

Migrationskommissar Brunner will Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner will die europäische Grenzschutzagentur Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen. "Wir werden am Dienstag einen Gesetzesvorschlag präsentieren, um Frontex breiter und stärker aufzustellen", erklärte Brunner am Sonntag. "Wer kein Recht hat, in der EU zu bleiben, muss sie auch tatsächlich verlassen", fügte er hinzu. Die "europäische Migrationswende" werde "konsequent" fortgesetzt.

Erste Herbststürme sorgen für Schäden: Tausende Haushalte in Freiburg ohne Strom

Die ersten Herbststürme sind am Wochenende über Deutschland gezogen und haben für Schäden gesorgt. In Freiburg und Umgebung fiel am Sonntag aufgrund von Unwetterschäden in rund zehntausend Haushalten stundenlang der Strom aus, wie der Versorger Badenova mitteilte. Insbesondere im Westen des Landes meldeten die Feuerwehren Einsätze unter anderem wegen umgestürzter Bäume. Laut Wetterdienst drohten bis Sonntagabend lokale Sturmböen, an der Nordsee und in Höhenlagen Orkan.

60-Jähriger bei antisemitischem Angriff in Berlin verletzt

Ein Unbekannter soll einen Mann in Berlin-Schöneberg nach der Frage nach dessen jüdischer Identität beleidigt und niedergeschlagen haben. Der Staatsschutz ermittelt.

Textgröße ändern: