English Woman's Journal - Erstes Todesopfer nach Brand auf Mittelmeer-Fähre geborgen

Erstes Todesopfer nach Brand auf Mittelmeer-Fähre geborgen


Erstes Todesopfer nach Brand auf Mittelmeer-Fähre geborgen
Erstes Todesopfer nach Brand auf Mittelmeer-Fähre geborgen

Nach mehr als zwei Tagen auf der brennenden Mittelmeer-Fähre "Euroferry Olympia" ist ein vermisster Passagier gerettet worden. Wie die griechische Küstenwache am Sonntag mitteilte, wurde der Lkw-Fahrer unverletzt im Bereich des Fähr-Hecks entdeckt. Ein anderer Lkw-Fahrer wurde tot geborgen. Der 58-jährige Grieche ist das erste bestätigte Todesopfer des Unglücks vor der Insel Korfu. Die Küstenwache ging am Sonntagabend noch von mindestens zehn Vermissten aus.

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Nach Informationen der Küstenwache handelt es sich bei den Vermissten um sieben Lkw-Fahrer aus Bulgarien, zwei aus Griechenland und einen aus der Türkei. Bei dem mutmaßlichen Vermissten aus Litauen handelt es sich um den am Sonntag geretteten Belarussen, wie Onlinemedien berichteten. Der 21-jährige Lkw-Fahrer sagte demnach bei seiner Rettung: "Sagt mir, dass ich lebe."

Das Feuer auf der Fähre war in der Nacht zu Freitag ausgebrochen, als sich das Schiff gerade vor der Küste der griechischen Ferieninsel Korfu befand. An Bord der Autofähre befanden sich fast 300 Menschen, offiziell waren es 239 Passagiere und 51 Besatzungsmitglieder.

Das Schiff der italienischen Reederei Grimaldi befand sich auf dem Weg vom nordwestgriechischen Igoumenitsa in die süditalienische Hafenstadt Brindisi. Nach Ausbruch des Feuers wurden alle Menschen an Bord aufgerufen, das Schiff sofort zu verlassen. Binnen kurzer Zeit stand die Fähre komplett in Flammen.

Wegen des andauernden Feuers auf der "Euroferry Olympia" konnten zwischenzeitlich keine Rettungskräfte an Bord gehen. Mehrere Löschboote kämpften gegen die Flammen, die teilweise vom Wind wieder angefacht wurden, wie der griechische Fernsehsender ERT berichtete.

Zunächst wurden 278 Menschen von der Fähre an Land gebracht, zehn von ihnen kamen ins Krankenhaus. Später riefen ein bulgarischer und ein türkischer Lastwagenfahrer telefonisch um Hilfe, die sich noch auf der Fähre befanden. Am Freitagabend wurden laut Reederei zwei weitere Passagiere, ein Bulgare und ein Afghane, gerettet und ins Krankenhaus gebracht.

Dass unter den Geretteten laut Küstenwache auch zwei Flüchtlinge aus Afghanistan waren, die nicht offiziell auf der Fähre eingecheckt hatten, nährte die Sorge, dass in Wirklichkeit weitere Menschen noch nicht gerettet sein könnten. Es kommt immer wieder vor, dass Migranten als blinde Passagiere von Griechenland nach Italien mitfahren.

Die Brandursache war weiter unklar, laut Schiffsminister Giannis Plakiotakis wurde eine Untersuchung dazu eingeleitet. Nach übereinstimmenden Einschätzungen war das Feuer möglicherweise von einem auf der Fähre abgestellten Lastwagen ausgegangen.

Laut ERT wurden der Kapitän und zwei Schiffstechniker der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Laut Reederei hatte es auf der 1995 erbauten "Euroferry Olympia" zuletzt am 16. Februar in Igoumenitsa einen Kontrollbesuch gegeben.

Die Zeitung "Kathimerini" berichtete, die griechische Gewerkschaft der Lkw-Fahrer habe bereits 2017 vor dem mangelhaften Zustand der "Euroferry Olympia" und der "Euroferry Egnazia" gewarnt, die beide der Reederei Grimaldi gehören. In einem Brief an das griechische Schifffahrtsministerium klagte die Gewerkschaft demnach, dass die Belüftungsanlage in den Parkdecks nicht funktioniere und es nicht genügend Kabinen für die Zahl der Passagiere gebe.

Mehrere von der "Euroferry Olympia" gerettete Lkw-Fahrer berichteten, einige von ihnen hätten lieber in ihren Fahrzeugen übernachtet, weil die Schiffskabinen so voll gewesen seien.

Der Sohn eines vermissten griechischen Lkw-Fahrers sagte dem Nachrichtenportal "Proto Thema", die Zustände auf der "Euroferry Olympia" seien "in jeder Hinsicht mies" gewesen. "Es gab Bettwanzen, es war schmutzig, es hatte keine Sicherheitssysteme", sagte Ilias Gerontidakis.

Am Sonntag wurde das Schiff laut ERT in die Bucht von Kassiopi bei Korfu geschleppt. Wie das italienische Umweltministerium mitteilte, hat die Fähre schätzungsweise 800 Kubikmeter Treibstoff und 23 Tonnen "ätzende Gefahrgüter" an Bord. Beim Überflug durch ein Flugzeug der italienischen Küstenwache sei ein "mögliches Auslaufen" der Substanzen festgestellt worden.

Ch.McDonald--EWJ

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