English Woman's Journal - Zwei Tote und vier Verletzte durch Schüsse an Pariser Kurdenzentrum

Zwei Tote und vier Verletzte durch Schüsse an Pariser Kurdenzentrum


Zwei Tote und vier Verletzte durch Schüsse an Pariser Kurdenzentrum
Zwei Tote und vier Verletzte durch Schüsse an Pariser Kurdenzentrum / Foto: Thomas SAMSON - AFP

Ein Mann hat in der Nähe eines Kurdenzentrums in Paris zwei Menschen erschossen und vier weitere verletzt. Zwei von ihnen schwebten in Lebensgefahr, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Der mutmaßliche Täter befinde sich in Polizeigewahrsam. Es handle sich um einen 69 Jahre alten Franzosen, der wegen zweier früherer Mordversuche der Polizei bekannt gewesen sei, hieß es in Polizeikreisen.

Textgröße ändern:

Er stehe nicht auf der Gefährderliste des Geheimdienstes. Er sei verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte die Bezirksbürgermeisterin Alexandra Cordebard.

Das in Berlin ansässige Kurdische Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, das nach eigenen Angaben Kontakt zu dem Pariser Kurdenzentrum hat, erklärte, in Paris gehe man von einem "gezielten Angriff auf die kurdische Community" aus.

Die Schüsse wurden in einer kleinen Straße im 10. Arrondissement abgefeuert. "Wir haben einen alten weißen Mann gesehen, der in das Kurdenzentrum ging und dort feuerte", sagte Romain, Chef eines nahe gelegenen Restaurants. Der Mann sei danach in einen benachbarten Frisörsalon gegangen. "Wir haben uns mit den Angestellten im Restaurant in Sicherheit gebracht", sagte er.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes und schwerer Gewalt. Zuständig ist zunächst die Justizpolizei, nicht die Terrorstaatsanwaltschaft. "Ich habe zwei Polizisten in einen Frisörsalon gehen sehen, wo zwei Menschen am Boden lagen, sie waren an den Beinen verletzt", sagte ein Anwohner. "Es gab sieben oder acht Schüsse, es herrscht Panik", sagte eine Augenzeugin der Nachrichtenagentur AFP.

Die Polizei rief dazu auf, die Gegend um die Rue d'Enghien zu meiden. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Feuerwehr und Rettungskräfte waren im Einsatz.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo kündigte per Twitter an, eine psychologische Beratungsstelle für Betroffene im Rathaus des 10. Arrondissements einzurichten. Sie dankte den Einsatzkräften und sprach den Familien der Opfer ihr Mitgefühl aus.

Das Kurdenzentrum Ahmet Kaya ist nach einem kurdischen Sänger benannt. Der Verein soll der Integration der kurdischen Bevölkerung dienen. Im Januar jährt sich zum zehnten Mal der Mord an drei kurdischen Aktivistinnen in Paris. Ein Verband kurdischer Organisationen in Frankreich hatte kürzlich zur Aufklärung des Falls aufgerufen.

O.Wood--EWJ

Empfohlen

Tödliche Attacke in Pariser Vorstadt: Hitlers "Mein Kampf" bei Angreifer gefunden

Nach dem offenbar rassistisch motivierten Anschlag im Großraum Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" gefunden. Das Buch sei bei einer Durchsuchung der Wohnung im westlich von Paris gelegenen Plaisir entdeckt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Ermittlerkreisen. Gefunden wurden außerdem eine Bibel und ein Koran.

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Textgröße ändern: