English Woman's Journal - 13 Jahre Haft in Aschaffenburger Prozess um tödlichen Sprung in Main

13 Jahre Haft in Aschaffenburger Prozess um tödlichen Sprung in Main


13 Jahre Haft in Aschaffenburger Prozess um tödlichen Sprung in Main
13 Jahre Haft in Aschaffenburger Prozess um tödlichen Sprung in Main / Foto: INA FASSBENDER, - - AFP/Archiv

Im Prozess um einen erzwungenen tödlichen Sprung in den Main hat das Landgericht Aschaffenburg den Angeklagten zu 13 Jahren Haft verurteilt. André B. sei am Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung in Tatmehrheit mit Totschlag verurteilt worden, sagte eine Gerichtssprecherin. Ein Mordmerkmal sei dem 35-jährigen nicht nachzuweisen gewesen. Neben der Haftstrafe wurde wegen Suchtproblemen die Unterbringung des Manns in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Textgröße ändern:

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Anklage und Verteidigung können noch innerhalb von einer Woche Rechtsmittel einlegen. Die Staatsanwaltschaft hatte den 35-Jährigen wegen Mordes und nicht wegen Totschlags angeklagt. Die Gerichtssprecherin sagte, trotz der Grausamkeit der Tat sei im juristischen Sinn kein Mordmerkmal erfüllt gewesen und deshalb nur die Verurteilung wegen Totschlags möglich gewesen.

B. und sein späteres Opfer waren im Jahr 2007 gemeinsam für knapp drei Monate in Untersuchungshaft. Bereits zuvor sollen sie miteinander befreundet gewesen sein. Der Geschädigte habe sich jedoch während der Haft über B. beschwert, weil ihn dieser wiederholt gequält und verletzt habe. Daher und wegen weiterer Vorfälle in den folgenden Jahren habe sich B. im Februar 2022 entschlossen, sich zu rächen.

Nach Überzeugung des Gerichts trafen sich die beiden Männer am 17. Februar, und B. setzte seine Rachepläne in die Tat um. Er forderte während des Treffens seinen Bekannten auf, 500 Euro von einem Geldautomaten abzuheben und ihm das Geld zu übergeben. Im weiteren Verlauf des Treffens schlug er ihm massiv gegen den Kehlkopf, so dass das Opfer kaum noch atmen konnte. B. machte auch eine Videoaufnahme davon.

Nach weiteren körperlichen Misshandlungen zwang B. schließlich seinen Bekannten, von einer zwölf Meter hohen Brücke zwischen Wörth und Erlenbach in den Main zu springen. Das Opfer starb durch das Eintauchen in das kalte Wasser.

Die Gerichtssprecherin sagte, auch trotz der langen Vorgeschichte mit den Quälereien sei kein Mord im juristischen Sinn zu verurteilen gewesen. So habe das Gericht davon ausgehen müssen, dass der Tötungsvorsatz erst unmittelbar vor dem Brückensprung entstanden und B. deshalb wegen Totschlags zu verurteilen gewesen sei.

Ch.Thomson--EWJ

Empfohlen

Tödliche Attacke in Pariser Vorstadt: Hitlers "Mein Kampf" bei Angreifer gefunden

Nach dem offenbar rassistisch motivierten Anschlag im Großraum Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" gefunden. Das Buch sei bei einer Durchsuchung der Wohnung im westlich von Paris gelegenen Plaisir entdeckt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Ermittlerkreisen. Gefunden wurden außerdem eine Bibel und ein Koran.

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Textgröße ändern: