English Woman's Journal - Früherer Trierer Bischof soll Fälle des sexuellen Missbrauchs vertuscht haben

Früherer Trierer Bischof soll Fälle des sexuellen Missbrauchs vertuscht haben


Früherer Trierer Bischof soll Fälle des sexuellen Missbrauchs vertuscht haben
Früherer Trierer Bischof soll Fälle des sexuellen Missbrauchs vertuscht haben / Foto: Jean-Christophe VERHAEGEN - AFP/Archiv

Einem Zwischenbericht zu sexuellem Missbrauch im Bistum Trier zufolge hat der frühere Bischof Bernhard Stein während seiner Amtszeit mehrere Fälle des sexuellen Missbrauchs vertuscht. Obwohl noch nicht alle Dokumente ausgewertet seien, sei die Zahl der bekannten Fälle schon jetzt höher als in den Amtszeiten anderer Trierer Bischöfe, teilte die unabhängige Aufarbeitungskommission am Freitag in der rheinland-pfälzische Stadt mit.

Textgröße ändern:

Demnach waren in Steins Amtszeit zwischen 1967 und 1981 insgesamt 305 Menschen von sexuellem Missbrauch betroffen. Bei 17 von 81 Beschuldigten hätten die Akten belegt, dass den damaligen Bistumsverantwortlichen die entsprechenden Fälle bekannt gewesen seien. Die Kommission geht davon aus, dass die Zahl noch weiter steigen wird.

Stein könne eine Vertuschung nur in wenigen Fällen nachgewiesen werden. Er sei der Verpflichtung, angezeigten Fällen nachzugehen, nachgekommen. Diese seien intern besprochen worden. Das Bistum habe es allerdings vermieden, mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten, um einen Skandal zu verhindern. Nicht in allen ihm bekannten Fällen habe er Exerzitien verordnet. Nur zwei Wiederholungstäter seien aus dem Priesterstand ausgeschlossen worden. Mit Betroffenen habe Stein in keinem Fall gesprochen.

Er sei Teil des damaligen Systems gewesen, kritisierte die Kommission. Es habe von seiner Seite aus keine Bemühungen gegeben, beim Umgang mit den Missbrauchsfällen umzusteuern. Der Vorwurf der "moralischen und systemischen Mitverantwortung" treffe auch ihn. Tätern und Taten sei kein substanzieller Einhalt geboten worden. Stein war im Jahr 1993 im Alter von 88 Jahren gestorben.

B.Jamieson--EWJ

Empfohlen

Tödliche Attacke in Pariser Vorstadt: Hitlers "Mein Kampf" bei Angreifer gefunden

Nach dem offenbar rassistisch motivierten Anschlag im Großraum Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" gefunden. Das Buch sei bei einer Durchsuchung der Wohnung im westlich von Paris gelegenen Plaisir entdeckt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Ermittlerkreisen. Gefunden wurden außerdem eine Bibel und ein Koran.

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Textgröße ändern: